21 December 2025, 12:42

Stadtwerke bleiben im Visier

Autos in einem Keller mit einem Rohr am Dach und einem weiteren Gebäude oben rechts.

Stadtwerke bleiben im Visier

Stadtwerke bleiben im Fokus der Kartellbehörde

Gespräche mit Kartellamt noch nicht abgeschlossen – Gaspreise sinken zum Jahreswechsel

21. November 2025, 10:36 Uhr

Schlagwörter: Industrie, Energie, Finanzen, Wirtschaft

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Die Heidjer Stadtwerke haben ihre Gaspreise für 2027 gesenkt, stehen aber weiterhin unter dem Verdacht, in der Vergangenheit überhöhte Preise verlangt zu haben. Das Niedersächsische Landeskartellamt prüft, ob der Versorger zwischen 2021 und 2023 „missbräuchlich überteuerte“ Tarife berechnet hat. Gleichzeitig hat das Unternehmen Entschädigungen für betroffene Kunden angekündigt und Mitarbeiter, die an den Preisfestsetzungen beteiligt waren, vorläufig suspendiert.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen die Gaspreise für rund 300 Haushalte in Schneverdingen, Neuenkirchen, Fintel und Vahlde. Diese Kunden wurden von den Heidjer Stadtwerken auf Basis der Grundversorgung vom 1. September 2021 bis zum 31. August 2023 beliefert. Sollte das Kartellamt einen Preismissbrauch bestätigen, könnten formelle Verfahren eingeleitet werden, in deren Folge der Versorger die überzahlten Beträge erstatten müsste.

Bereits im Dezember 2024 hatte die Unternehmensführung reagiert: Betroffene Mitarbeiter wurden beurlaubt, interne und externe forensische Prüfungen eingeleitet. Für die geschädigten Kunden richtete das Unternehmen eine Hotline und eine Schadensmeldestelle ein, über die vorläufige Rückerstattungen oder Gutschriften für nachgewiesene Überzahlungen beantragt werden können. Zudem wurde ein Härtefallfonds für einkommensschwache Haushalte eingerichtet.

Trotz der Vorwürfe bestreiten die Heidjer Stadtwerke jegliches Fehlverhalten und führen die früheren Preiserhöhungen auf gestiegene Beschaffungskosten zurück. Nun hat das Unternehmen seinen Arbeitspreis für Gas um 1,19 Cent (brutto) pro Kilowattstunde in allen Tarifen gesenkt. Vertriebsdirektor Alex Stewing begründete die Preisanpassung mit einer „strategischen Beschaffungspolitik“ und prognostizierte stabile Marktbedingungen für 2027.

Bundesweit haben 89 Grundversorger ähnliche Preissenkungen angekündigt, von denen etwa 700.000 Haushalte profitieren sollen. Die Gespräche zwischen dem Kartellamt und den Versorgern – darunter auch den Heidjer Stadtwerken – sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Die endgültige Entscheidung des Kartellamts wird zeigen, ob die Heidjer Stadtwerke ihre Kunden für den fraglichen Zeitraum entschädigen müssen. Bis dahin hat das Unternehmen die Preise gesenkt, Unterstützungsmaßnahmen eingeführt und arbeitet mit den Ermittlern zusammen. Betroffene Haushalte können ihre Ansprüche über die neu eingerichtete Entschädigungsstelle geltend machen.