Streik in Hessen: ver.di ruft Einzelhandelsbeschäftigte zum Arbeitskampf auf
Francesco HeinrichStreik in Hessen: ver.di ruft Einzelhandelsbeschäftigte zum Arbeitskampf auf
In Hessen ist ein Streik ausgerufen worden, nachdem die Lohnverhandlungen zwischen den Einzelhandelsarbeitgebern und der Gewerkschaft ver.di gescheitert sind. Beschäftigte großer Ketten wie Rewe, IKEA und H&M wollen wegen eines Tarifkonflikts die Arbeit niederlegen.
Die Gewerkschaft fordert eine monatliche Lohnerhöhung von 250 Euro für die Beschäftigten sowie eine jährliche Steigerung von 150 Euro für Auszubildende pro Ausbildungsjahr. Zudem soll der neue Tarifvertrag eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Die Arbeitgeber bieten hingegen den Einzelhandelsmitarbeitern erst nach sechs Monaten eine Erhöhung von zwei Prozent an, während Großhandelsangestellte nach einer langen Phase stagnierender Löhne lediglich 1,8 Prozent mehr erhalten sollen.
Ver.di kritisiert, dass die vorgeschlagenen Lohnerhöhungen nicht mit den erwarteten Inflationsraten Schritt halten. Der Verhandlungsführer Marcel Schäuble warf den Arbeitgebern vor, die finanzielle Not der Beschäftigten zu verlängern, indem sie ihr Angebot nicht verbessern. Proteste sind in Wiesbaden, Kassel, Frankfurt und Darmstadt geplant.
Der Streikaufruf betrifft ein breites Spektrum an Unternehmen, darunter Penny, Kaufland, Douglas, Zara, Primark und Metro. Die festgefahrenen Verhandlungen haben Tausende Beschäftigte in Unsicherheit zurückgelassen.
Der Ausstand wird sich auf zahlreiche Einzelhandels- und Logistikbetriebe in der Region auswirken. Die Arbeitnehmer werden voraussichtlich streiken, sofern die Arbeitgeber ihre Lohnangebote nicht überarbeiten. Die Gewerkschaft bleibt bei ihren Forderungen nach faireren Lohnanpassungen unnachgiebig.
