03 March 2026, 16:37

Streit um Bahntrasse Lüneburg–Soltau: Haltepunkte und Finanzierung ungelöst

Eine Menschenmenge steht vor einem Zug auf Schienen, einige tragen Hüte und halten Fahnen, während Strommasten und -leitungen neben dem Zug verlaufen, mit Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Streit um Bahntrasse Lüneburg–Soltau: Haltepunkte und Finanzierung ungelöst

Die Pläne zur Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Soltau haben in den betroffenen Gemeinden zu scharfen Kontroversen geführt. Die vorgeschlagene Trassenführung, die Halte in Drögennindorf und Soderstorf auslässt, stößt auf massiven Widerstand. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen zu Infrastruktur und Finanzierung ungeklärt – was den Zeitplan des Projekts infrage stellt.

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und der InfrastrukturBetreiber Sinon hatten zunächst verschiedene Optionen für die Reaktivierung der Strecke geprüft. Eine Machbarkeitsstudie kam zu dem Schluss, dass ein Stundentakt mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h nur mit drei Haltepunkten realisierbar wäre: Melbeck/Embsen, Amelinghausen und Bispingen. Frühere Vorschläge wie ein Halt am Bahnhof Hützel oder eine Station in der Nähe des Heide Parks wurden wegen paralleler Angebote oder geringer Machbarkeit verworfen.

Lokale Politiker aus den betroffenen Gebieten haben inzwischen ihre Unterstützung zurückgezogen. Der Rückzug folgt auf Bedenken, dass Drögennindorf und Soderstorf – die Anwohner halten sie für unverzichtbar – nicht berücksichtigt werden. Demgegenüber haben Bispingen und der Landkreis Heidekreis, die das Projekt mitfinanzieren, kaum Einwände erhoben.

Doch es gibt noch erhebliche Hindernisse. Unklar ist etwa, ob moderne batteriebetriebene Züge und die nötige Ladeinfrastruktur rechtzeitig verfügbar sein werden. Zudem könnten Verzögerungen beim Ausbau des übergeordneten Alpha-E-Netzes die Inbetriebnahme auf 2029 verschieben. Ein Statusbericht aus Lüneburg von 2025 brachte kaum Klarheit, und konkrete Angaben zu technischen oder infrastrukturellen Voraussetzungen fehlen weiterhin.

Frühere Einschätzungen hatten noch eine Wiedereröffnung der Strecke bis Ende 2026 für möglich gehalten, wobei der Personenverkehr als wirtschaftlich tragfähig galt. Doch der Stillstand bei zentralen Fragen wirft zunehmend Zweifel an der Zukunft des Projekts auf.

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Die Reaktivierung der Bahnstrecke sieht sich nun sowohl politischen als auch logistischen Herausforderungen gegenüber. Ohne geklärte Infrastrukturpläne oder verbindliche Zusagen erscheint der geplante Starttermin 2026 immer unwahrscheinlicher. Lokale Widerstände und Finanzierungsfragen müssen gelöst werden, bevor das Projekt vorankommen kann.