Streit um Millionenprojekt: Braucht die Region einen neuen Radschnellweg zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig?
Leila BlochStreit um Millionenprojekt: Braucht die Region einen neuen Radschnellweg zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig?
Ein geplanter Fahrradschnellweg zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig hat unter lokalen Politikern eine Debatte ausgelöst. Das auf 1,365 Millionen Euro geschätzte Projekt soll den Radverkehr zwischen den beiden Städten fördern. Aktuelle Daten zeigen, dass an Wochentagen durchschnittlich 367 Fahrradfahrten täglich auf dieser Strecke zurückgelegt werden.
Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die neue Radschnellverbindung bis zu 2.000 tägliche Fahrten anziehen könnte – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem aktuellen Durchschnitt, der in den Sommermonaten auf etwa 482 Fahrten pro Tag steigt. Diese Zahlen wurden 2025 an Messstationen erhoben.
Die politischen Meinungen zum Projekt sind gespalten. Ralf Achilles, Fraktionsvorsitzender der SPD, unterstützt den Plan und argumentiert, er sorge für eine gerechte Behandlung aller Verkehrsteilnehmer. Rudolf Ordon, Mitantragsteller der FDP, sieht hingegen keinen Bedarf für eine weitere Verkehrsverbindung, da zwischen den Städten bereits zwei gut ausgebaute Radwege bestünden.
Der Grünen-Politiker Leonhard Pröttel kritisierte die CDU dafür, sich auf lokale Radprojekte zu konzentrieren, statt die überregionale Schnellverbindung voranzutreiben. Unterdessen zweifelte Manfred Wolfrum von der AfD die Kostenschätzungen der Stadt an und bezeichnete die prognostizierten jährlichen Folgekosten von 30.000 Euro als unrealistisch niedrig.
Wolfenbüttel steht derzeit vor einem Haushaltsdefizit von 19 Millionen Euro. Die geplanten Kosten des Fahrradschnellwegs und die erwartete Nutzung sind zu zentralen Punkten der laufenden Diskussion geworden. Die Stadt muss nun die finanziellen Auswirkungen gegen die potenziellen Vorteile für Radfahrer abwägen.






