Stuttgart 21: Kosten explodieren auf 11,3 Mrd. – Fertigstellung erst 2031
Francesco HeinrichStuttgart 21: Kosten explodieren auf 11,3 Mrd. – Fertigstellung erst 2031
Das Stuttgarter Bahnprojekt Stuttgart 21 steht erneut in der Kritik, da sich Verzögerungen und explodierende Kosten weiter als Belastung erweisen. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Matthias Gastel, bezeichnete das Vorhaben als „kolossalen Fehler“ und warnte vor gravierenden Mängeln in der Planung. Der unterirdische Bahnhof, dessen Eröffnung nun für 2031 vorgesehen ist, hat seit Beginn der Planungen ein fast dreifach höheres Budget verschlungen.
Ursprünglich mit 4,5 Milliarden Euro veranschlagt, sind die Kosten für Stuttgart 21 laut Deutsche Bahn mittlerweile auf 11,3 Milliarden Euro angestiegen. Auch der Fertigstellungstermin hat sich um ein ganzes Jahrzehnt verschoben – mit einer Inbetriebnahme wird nun frühestens 2031 gerechnet.
Gastel kritisierte schwerwiegende Schwächen im aktuellen Konzept. Der neue Bahnhof biete weder ausreichend Kapazitäten noch die nötige betriebliche Flexibilität, so der Politiker. Statt den Verkehr zu verbessern, schränke das Design künftige Erweiterungen und Streckenoptionen ein.
Der Grünen-Abgeordnete betonte, dass Funktionalität und langfristige Zukunftsfähigkeit Vorrang haben müssten. Er forderte zusätzliche Infrastruktur, um die Kapazitäten zu erhöhen und alternative Routen zu ermöglichen. Trotz aller Bedenken soll Stuttgart jedoch der erste vollständig digitalisierte Bahnhof Deutschlands werden.
Die stetig steigenden Kosten und die erneute Terminverschiebung bis 2031 stoßen bei Fachleuten auf scharfe Kritik. Stuttgart 21 bleibt wegen seiner planerischen Defizite unter Beobachtung. Die jüngsten Schätzungen der Deutschen Bahn beziffern die Gesamtausgaben mittlerweile auf 11,3 Milliarden Euro – ein Vielfaches der ursprünglichen Kalkulation.






