11 January 2026, 20:33

Traditionsverein „Allerscheenste“ pausiert 2025 – droht das Aus für Mainzer Karnevalsikone?

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines großen Raums mit Tischen, Stühlen, Säulen, Bögen und Kronleuchtern an der Decke, mit Text unten, der "Fest der Gesellschaft der Freunde, Berlin" lautet.

Traditionsverein „Allerscheenste“ pausiert 2025 – droht das Aus für Mainzer Karnevalsikone?

„Allerscheenste“, Mainzer Karnevalsverein mit Tradition, setzt 2025 aus

Die „Allerscheenste“, eine langjährige Mainzer Karnevalsgesellschaft, hat bekannt gegeben, ihre Sitzungen 2025 auszusetzen. Die Gruppe, die für ihren scharfen Dialekt-Humor und gemütliche Kneipenabende bekannt ist, leidet unter einem Mangel an neuen, aktiven Mitgliedern – insbesondere an Darstellern. Seit ihrer Gründung 1986 prägt der Verein seit fast vier Jahrzehnten die Fastnachtskultur der Stadt.

Die Gesellschaft entstand 1986 auf Initiative eingewurzelter Mainzer, die einen Clown als ihr Wahrzeichen wählten. Im Laufe der Jahre machte sie sich mit ihrer ungeschminkten, dialektlastigen Komödie und lebhaften Treffen im Gewölbe der Augustinerstraße einen Namen. Anders als viele Karnevalsvereine verzichtete die „Allerscheenste“ stets auf Bezahlung für ihre Redner und blieb damit ihrer Ursprungsidee als nicht-kommerzielle, basisdemokratische Tradition treu.

Seit 1996 verleiht der Verein den „Aller-Allerscheenste“-Preis an herausragende Persönlichkeiten der Mainzer Fastnacht. Die regelmäßigen Treffen, die alle drei Wochen im Augustinerkeller der Altstadt stattfinden, sind nach wie vor der einzige Weg, Mitglied zu werden. Doch die Teilnahme ist rückläufig – daher fallen die Sitzungen nicht nur 2025, sondern auch 2026 aus.

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Holger Bartz, seit 2019 Vorsitzender des Vereins, übernimmt mittlerweile mehrere Aufgaben – von der Veranstaltungstechnik über Fotografie bis zur Dokumentation. Sein Ziel ist es, die „Allerscheenste“ wiederzubeleben und ihren Platz in der Karnevalslandschaft zu sichern. Ob die Sitzungen 2027 wiederaufgenommen werden, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab: verfügbaren finanziellen Mitteln, engagierten Organisatoren, einem passenden Veranstaltungsort und der Einhaltung städtischer Vorschriften.

Die „Allerscheenste“ steht nun vor einer ungewissen Zukunft. Ohne neuen Nachwuchs an Mitgliedern und Darstellern ruhen die Sitzungen vorerst für mindestens zwei Jahre. Ob der Verein überlebt, entscheidet sich daran, ob es gelingt, die Reihen zu verstärken und die praktischen Herausforderungen zu meistern – von der Finanzierung bis zu behördlichen Genehmigungen.