Trügerische Eisdecke in Niedersachsen: Warum Seen jetzt lebensgefährlich sind
Leila BlochStädte warnen vor dem Laufen auf gefrorenen Eisflächen - Trügerische Eisdecke in Niedersachsen: Warum Seen jetzt lebensgefährlich sind
Eiskalte Temperaturen in Niedersachsen haben auf örtlichen Seen eine verlockende, aber gefährliche Täuschung geschaffen. Zwar wirken manche Gewässer auf den ersten Blick zugefroren, doch die Behörden warnen: Das Eis ist bei Weitem nicht dick genug fürs Schlittschuhlaufen oder Betreten. In Hannover ist der beliebte Maschsee derzeit wegen akuter Sicherheitsrisiken gesperrt.
Stand 5. Januar 2026 beträgt die Eisdicke auf dem Maschsee in Hannover lediglich fünf Zentimeter – deutlich unter den für eine sichere Nutzung erforderlichen 13 Zentimetern. Laut Behörden wird die Eisdecke auch in den nächsten beiden Wochen keine ausreichende Stärke erreichen. Rot-weiß markierte Flaggen am Ufer zeigen an, wann die Bedingungen endlich sicher sind.
Die Gefahr beschränkt sich nicht auf die Stadt. Auch in Osnabrück und Umgebung warnen die Behörden vor trügerisch dünnem Eis. Selbst Stellen nahe dem Ufer, die dicker erscheinen mögen, können unter dem Gewicht eines Menschen einbrechen. Ein Sturz in eiskaltes Wasser kann innerhalb weniger Minuten zu Unterkühlung oder Ertrinken führen. Besonders Eltern, Jugendliche und Menschen ohne Deutschkenntnisse werden zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Die Behörden betonen, dass Erwachsene mit gutem Beispiel vorangehen und gefrorene Seen komplett meiden sollten. Natürliches Eis auf dem Maschsee gilt nur selten als sicher – besonders in milden Wintern wie diesem.
Anwohner werden aufgefordert, vor Aktivitäten auf zugefrorenen Gewässern die offiziellen Hinweise der hannoverschen Behörden oder Eismelddienste zu prüfen. Solange die Eisdecke nicht durchgehend 13 Zentimeter misst, birgt das Betreten eine unmittelbare Lebensgefahr. Erst wenn die rot-weißen Flaggen gesetzt werden, ist das Eis ausreichend tragfähig.
