Vatikan blockiert Laienpredigten – deutsche Kirche protestiert gegen Frauenausschluss
Francesco HeinrichVatikan blockiert Laienpredigten – deutsche Kirche protestiert gegen Frauenausschluss
Der Vatikan hat einen Vorschlag der deutschen Bischofskonferenz abgelehnt, der Laien das Predigen während der Messe ermöglichen sollte. Die Entscheidung hat in Deutschland Kritik von katholischen Gruppen ausgelöst, die darin eine weitere Ausgrenzung von Frauen aus zentralen Rollen in der Kirche sehen.
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte um die Erlaubnis gebeten, dass Laien in Ausnahmefällen die Homilie halten dürfen. Kardinal Arthur Roche, der Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, lehnte den Antrag ab. In seiner Antwort verwies er auf den Codex des Kanonischen Rechts sowie auf die vatikanische Instruktion Redemptionis Sacramentum aus dem Jahr 2004, die beide die Predigt auf Priester und Diakone beschränken.
Der Synodale Weg, ein Reformprozess unter Beteiligung deutscher Laienverbände, hatte bereits vorgeschlagen, qualifizierten Laien das Predigen an Sonn- und Feiertagen zu gestatten. Papst Franziskus hatte den Synodalen Weg zuvor kritisiert und erklärt, er werde von Ideologie und nicht vom Glauben angetrieben. Irme Stetter-Karp, die Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, betonte, dass die Gruppe weiterhin gemeinsam mit den Bischöfen für Veränderungen kämpfen werde.
Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDF) verurteilte die Entscheidung des Vatikans. Die Organisation argumentierte, sie zeige die anhaltende Ausgrenzung von Frauen aus bedeutenden liturgischen Funktionen. Die Ablehnung bestätigt die geltende Kirchenrechtsprechung, die die Homilie geweihten Klerikern vorbehält. Deutsche Laienverbände bleiben jedoch entschlossen, diese Einschränkung infrage zu stellen. Die Debatte verdeutlicht die Spannungen zwischen lokalen Reformbestrebungen und der Autorität des Vatikans.
