Volkswagen kämpft ums Überleben: Radikale Sparpläne und drohende Bonitäts-Herabstufung
Leila BlochVolkswagen kämpft ums Überleben: Radikale Sparpläne und drohende Bonitäts-Herabstufung
Volkswagen steht unter massivem finanziellen Druck und könnte mit einer Herabstufung seiner Bonität konfrontiert werden. Das Unternehmen warnt vor dauerhaften Verlusten ab 2030, falls keine radikalen Maßnahmen ergriffen werden. Ein umfassender Umstrukturierungsplan liegt nun auf dem Tisch, um dieses Szenario abzuwenden.
Der Autokonzern hat bei der Elektro- und Digitalinnovation den Anschluss an die Konkurrenz verloren. Rückläufige Nachfrage und schrumpfende Marktanteile zwingen die Führung nun zum Handeln. Vorstandschef Oliver Blume und sein Team stellten ihren Plan auf einer Krisensitzung am 4. Juli vor, bei der die Topmanager eine Unterstützungserklärung unterzeichnen sollten.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören der Verkauf von Vermögenswerten wie Ducati und Europcar. Volkswagen plant zudem, seinen Anteil an Traton zu verringern und die Modellpalette von 150 auf etwa 75 Fahrzeuge zu halbieren. Zusätzlich zu den bereits geplanten 50.000 könnten bis zu 65.000 weitere Arbeitsplätze gestrichen werden – das würde über 100.000 der weltweit 660.000 Beschäftigten betreffen. Bis 2035 könnten zudem vier Werke geschlossen werden.
Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli über das Sparpaket abstimmen. Sollte es abgelehnt werden, könnte im August eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden, um über die nächsten Schritte des Konzerns zu entscheiden.
Ziel der Umstrukturierung ist es, die Finanzen von Volkswagen zu stabilisieren und langfristige Verluste zu verhindern. Ohne diese Veränderungen riskiert das Unternehmen einen weiteren Niedergang in einem hart umkämpften Markt. Die Entscheidung des Aufsichtsrats wird darüber bestimmen, wie schnell der Plan voranschreitet.
