Vom Flüchtling zum Gewerkschaftsführer: Payandehs bewegende Karriere endet
Sylvio ThiesDGB-Regionsvorsitzender Payandeh: Ein falscher Schritt, ein neues Leben - Vom Flüchtling zum Gewerkschaftsführer: Payandehs bewegende Karriere endet
Mehrdad Payandeh, der Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt, hat sein Amt niedergelegt. Mit einer Abschiedsfeier in Hannover endete seine lange Karriere in der Gewerkschaftsführung. Sein Weg begann vor Jahrzehnten mit einer zufälligen Zugfahrt, die sein Leben für immer veränderte.
Payandehs Geschichte begann 1985, als er mit 25 Jahren aus dem Iran floh. Eigentlich wollte er nach Dänemark reisen, stieg aber versehentlich in den falschen Zug und landete in Ost-Berlin. Jahre später bezeichnete er diesen Irrtum als den "richtigen Zug", angesichts der Chancen, die sich ihm dadurch boten.
Von einer Tätigkeit im Lager arbeitete er sich hoch zu einer führenden Gewerkschaftspersönlichkeit. 2004 promovierte er in Bremen, und 2008 zog er in den Bundesvorstand des DGB nach Berlin ein. Vor vier Jahren übernahm er die Leitung der DGB-Regionalvertretung für Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt.
Bei seinem Abschied hagelte es Würdigungen. DGB-Bundesvorsitzende Yasmin Fahimi nannte ihn einen "Gewerkschafter mit Leib und Seele, einen Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, Mitbestimmung und Demokratie". Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil lobte seine Loyalität und Vernetzungskunst und bezeichnete ihn als "Partner par excellence".
Ernesto Harder, der aktuelle DGB-Landesvorsitzende in Bremen, übernimmt nun Payandehs Position.
Mit Payandehs Ausscheiden endet eine Karriere, die von Widerstandsfähigkeit und Engagement geprägt war. Sein Nachfolger Ernesto Harder wird künftig die DGB-Regionalvertretung leiten. Der Wechsel folgt auf Jahrzehnte von Payandehs Einsatz für Arbeitnehmerrechte und soziale Gerechtigkeit.
