VW im Rechtsstreit: Ex-Manager klagen gegen Kündigung und Verleumdung
Francesco HeinrichVW-Manager fordern Millionen - Rechtsstreit um Kündigungen - VW im Rechtsstreit: Ex-Manager klagen gegen Kündigung und Verleumdung
Volkswagen steht vor einem Rechtsstreit mit zwei ehemaligen Führungskräften, die sich gegen ihre angeblich ungerechtfertigte Entlassung und Verleumdung wehren. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Vorwürfe, die Manager hätten vertrauliche Unternehmensdokumente an Medien und Behörden weitergegeben. Beide Seiten bereiten sich nun auf eine Berufungsverhandlung im oh april vor.
Der Fall begann, als Volkswagen zwei hochrangige Führungskräfte entließ, weil sie angeblich interne Prüfberichte zu den Modellen Crafter und Grand California weitergeleitet hatten. Das Unternehmen argumentierte, die Übermittlung dieser Unterlagen an das Landeskriminalamt (LKA) verstoße gegen ihre vertraglichen Pflichten. Das Arbeitsgericht Braunschweig bestätigte später eine der Kündigungen, erklärte die andere jedoch für unwirksam – wegen einer versäumten zweiwöchigen Frist zur Anhörungsrüge.
In seiner Begründung bezeichnete das Gericht die Weitergabe der Dokumente als schweren Verstoß gegen die Pflicht des Managers, im besten Interesse von Volkswagen zu handeln. Im Fall des zweiten Führungskräftes laufen noch Ermittlungen; weitere Beweise müssen gesammelt werden, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.
Beide ehemaligen Manager fordern nun Schadensersatz in Millionenhöhe von Volkswagen. Zudem werfen sie dem Konzern Verleumdung vor, was die juristische Auseinandersetzung weiter zuspitzt. Die nächste Runde des Streits findet am 24. April vor dem Landesarbeitsgericht Niedersachsen in Hannover statt.
Unterdessen bleiben Details zu Volkswagens Hinweisgeber-Systemen vage. Ein Artikel aus dem Jahr 2026 erwähnte zwar kurz ein Meldesystem bei Porsche, doch klare Informationen darüber, wie sich die internen Meldewege des Konzerns seit dem Abgasskandal 2015 verändert haben, fehlen.
Die Berufungsverhandlung im oh april wird zeigen, ob Volkswagens Vorgehen gerechtfertigt war oder ob den Managern Entschädigungen zustehen. Das Urteil könnte auch präzedenzwirksam für den Umgang des Unternehmens mit internen Enthüllungen in Zukunft sein. Bis dahin bleibt der Rechtsstreit unentschieden – beide Seiten halten an ihren Positionen fest.
