VW stoppt ID. Buzz in den USA – MAN baut 2.300 Stellen bis 2035 ab
Sylvio ThiesVW stoppt ID. Buzz in den USA – MAN baut 2.300 Stellen bis 2035 ab
Volkswagen Nutzfahrzeuge stoppt Produktion und Verkauf des elektrischen ID. Buzz in den USA für das Modelljahr 2026
Der Rückzug erfolgt nach enttäuschenden Absatzzahlen: In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 wurden weniger als 5.000 Einheiten des vollelektrischen Bullis verkauft. Unterdessen steht die Aktie des Konzerns weiter unter Beobachtung – bei einem Kurs von 102,90 Euro deutet der Relative-Stärke-Index (RSI) von 27,8 auf eine Überverkaufssituation hin.
Parallel dazu hat die VW-Tochter MAN mit den Arbeitnehmervertretern eine Vereinbarung getroffen, wonach bis 2035 rund 2.300 Stellen in Deutschland abgebaut werden sollen. Der Deal sichert Investitionen in Höhe von knapp einer Milliarde Euro und schließt betriebsbedingte Kündigungen bis zum Jahr 2035 aus.
Der ID. Buzz litt in den USA unter hohen Preisen und der fehlenden Förderfähigkeit, da das Fahrzeug nicht vor Ort produziert wird. Trotz dieses Rückschlags verzeichnete Volkswagen Nutzfahrzeuge weltweit einen deutlichen Anstieg bei den Auslieferungen von Elektrofahrzeugen – die Zahlen verdoppelten sich auf 65.900 Einheiten. Wie das Unternehmen mit den Herausforderungen auf dem US-Markt umgeht, wird voraussichtlich bei der Vorstellung der Jahresbilanz am 10. März 2026 thematisiert.
An den Finanzmärkten bleiben die Meinungen gespalten: Während die Analysten von Bernstein Research die Aktie (aktuell bei 102,90 Euro) mit "Market-Perform" bewerten und der RSI-Wert auf eine Überverkaufssituation hindeutet, bestätigt die Bank of America ihre "Kauf"-Empfehlung. Begründet wird dies mit einem erwarteten starken Modellzyklus im Jahr 2026.
Bei MAN sorgt die Einigung mit den Gewerkschaften für Planungssicherheit: Bestehende Arbeitsplätze bleiben geschützt, der Personalabbau erfolgt schrittweise über natürliche Fluktuation und freiwillige Maßnahmen. Zwangskündigungen sind bis 2035 ausgeschlossen, welche Bereiche genau betroffen sein werden, bleibt jedoch offen. Die zugesagten Investitionen in Höhe einer Milliarde Euro sollen die Modernisierung vorantreiben, doch über weitere Einsparmaßnahmen schweigt sich das Unternehmen noch aus.
Volkswagen Nutzfahrzeuge steht nun vor der Aufgabe, seine E-Strategie in den USA neu auszurichten, nachdem der Verkauf des ID. Buzz vorerst gestoppt wurde. Der anstehende Geschäftsbericht könnte weitere Aufschlüsse über die Pläne des Konzerns liefern. Für MAN markiert der Stellenabbau verbunden mit den Investitionszusagen einen langfristigen Umstrukturierungsprozess, der Arbeitsplatzreduzierungen mit Wachstumsversprechen in Einklang bringen soll.
