Warnstreiks legen Süßwarenproduktion lahm: Lohnkampf eskaliert in Niedersachsen
Dora CichoriusWarnstreiks legen Süßwarenproduktion lahm: Lohnkampf eskaliert in Niedersachsen
Warnstreiks in der deutschen Süßwarenbranche: Lohnverhandlungen festgefahren
In der deutschen Süßwarenindustrie haben die ersten Warnstreiks begonnen, nachdem die Tarifverhandlungen ins Stocken geraten sind. Als erste legten die Beschäftigten von Lorenz Snacks in Hankensbüttel die Arbeit nieder – fast die gesamte Belegschaft beteiligte sich an der Aktion. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert in den laufenden Verhandlungen mit den Arbeitgebern höhere Löhne.
Die erste Streikwelle traf das Werk und das Lager von Lorenz Snacks GmbH & Co KG in Hankensbüttel. Die Mitarbeiter dort streiken bis Freitag, 14 Uhr. Fast das gesamte Personal des Standorts hat sich dem Ausstand angeschlossen.
Am 4. Juni stellten auch die Beschäftigten des Gebäckherstellers Bahlsen in Barsinghausen, Langenhagen und Hannover die Arbeit ein. Die NGG verlangt eine Lohnerhöhung von 5,8 Prozent über zwölf Monate. Die Arbeitgeber haben bisher ein halbes Jahr Lohnstopp angeboten, gefolgt von Steigerungen um 1,9 Prozent im Jahr 2026 und 1,5 Prozent im Jahr 2027.
Die Verhandlungen zwischen der NGG und dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) laufen weiter. Alexander Nimptsch, NGG-Regionalsekretär für Südostniedersachsen-Harz, kritisierte das aktuelle Angebot scharf. Es trage den finanziellen Belastungen der Beschäftigten nicht Rechnung, so Nimptsch. Die Süßwarenbranche ist mit rund 60.000 Beschäftigten in etwa 200 meist mittelständischen Betrieben die viertgrößte Lebensmittelindustrie Deutschlands.
Die Streiks zeigen die wachsende Unzufriedenheit der Süßwarenarbeiter. Die NGG bleibt bei ihrer Forderung nach 5,8 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber haben diese bisher nicht erfüllt – der Konflikt bleibt damit ungelöst.






