Warum berühmte Musiker früher sterben als ihre unbekannten Kollegen
Francesco HeinrichWarum berühmte Musiker früher sterben als ihre unbekannten Kollegen
Berühmte Musiker sterben deutlich früher als ihre weniger bekannten Kollegen. Eine Studie der Universität Witten/Herdecke ergab, dass bekannte Sänger im Schnitt etwa 4,6 Jahre kürzer leben. Ihr Sterberisiko steigt zudem um ein Drittel im Vergleich zu denen, die nie Berühmtheit erlangten.
Die Forschung zeigt, dass berühmte Musiker durchschnittlich 75,19 Jahre alt werden. Ihre weniger bekannten Kollegen erreichen dagegen fast 80 Jahre (79,75). Trotz besserer Ernährung, Lebensbedingungen und medizinischer Versorgung scheinen die Belastungen des Ruhms diese Vorteile zunichtezumachen.
Die Idee eines "Club 27" – einer Gruppe von Stars, die mit oder nahe dem 27. Lebensjahr starben – fasziniert seit langem die Öffentlichkeit. Zu den bekanntesten Mitgliedern zählen Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain und Amy Winehouse. Doch eine Studie des British Medical Journal aus dem Jahr 2011 widerlegte die Vorstellung eines verfluchten Alters und bezeichnete sie als Mythos statt als statistisches Muster. Frühe Todesfälle unter Stars sind kein Phänomen der westlichen Musik: Auch Russland verlor mit Viktor Zoi und Alexander Baschlatschew zwei gefeierte Künstler, die jung starben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht ein bestimmtes Alter, sondern der Ruhm selbst der entscheidende Faktor für eine verkürzte Lebensspanne sein könnte.
Die Daten belegen einen klaren Zusammenhang zwischen Berühmtheit und geringerer Lebenserwartung. Trotz sozioökonomischer Vorteile sterben bekannte Musiker im Schnitt früher. Dieser Trend unterstreicht die möglichen Gefahren einer Karriere im Rampenlicht der Musikbranche.
