Warum viele Bäuerinnen um ihre Rente bangen müssen – und was sie tun können
Dora CichoriusWarum viele Bäuerinnen um ihre Rente bangen müssen – und was sie tun können
**Altersvorsorge für Frauen in der Landwirtschaft: 'Früher ein unromantisches Thema'
**Teaser: Nur 44 % der Frauen, die in landwirtschaftliche Familien einheiraten, fühlen sich für den Ruhestand ausreichend abgesichert. Ein strukturelles Problem.
**Artikel: Viele Frauen, die in landwirtschaftliche Betriebe einheiraten, sehen sich später im Leben mit finanzieller Unsicherheit konfrontiert. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich nur 44 % von ihnen in puncto Altersvorsorge sicher fühlen. Expert:innen raten nun zu klaren Vereinbarungen – und zwar von Anfang an.
Ida Seifert heiratete in einen Agrarbetrieb ein, ignorierte aber zunächst Ratschläge, ihre finanzielle Zukunft abzusichern. Jahre lang arbeitete sie ohne formellen Arbeitsvertrag und ohne Sozialversicherungsschutz. Erst später erhielt sie einen offiziellen Status mit entsprechendem Schutz.
Wiebke Wennemer, Beraterin bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, betont die Bedeutung einer frühzeitigen Finanzplanung. Sie warnt, dass 80 % der Frauen in solchen Ehen weder Eheverträge noch Regelungen für Trennung oder Todesfall haben. Ohne solche Absicherungen droht vielen langfristige Instabilität.
Wennemer rät, bereits zu Beginn der Ehe klare finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen – etwa durch vertragliche Vereinbarungen, die faire Behandlung und Sicherheit gewährleisten. Ihr Ziel ist es, Fälle wie den von Seifert zu verhindern, bei denen zögerliches Handeln zu Jahren ungeschützter Arbeit führte.
Das Fehlen formeller Absprachen macht viele Frauen in landwirtschaftlichen Familien verwundbar. Ohne entsprechende Verträge bleiben Altersvorsorge und Arbeitsrechte gefährdet. Fachleute fordern weiterhin präventive Maßnahmen, um diejenigen zu schützen, die in Agrarbetrieben mitarbeiten.
