Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland: Milliardengraben statt Fortschritt
Dora CichoriusWasserstoff-Infrastruktur in Deutschland: Milliardengraben statt Fortschritt
Deutschlands Wasserstoff-Infrastruktur bleibt weit hinter den Erwartungen zurück
Trotz ehrgeiziger Pläne wurde nur ein Bruchteil der vorgesehenen Mittel genutzt, bevor zentrale Förderprogramme ausliefen. Kritiker fragen nun, ob die Steuergelder sinnvoll für Projekte ausgegeben wurden, die nie realisiert wurden.
Das Programm zum Aufbau von Wasserstofftankstellen endete mit nur 20 fertigen Stationen – statt der ursprünglich geplanten 100. Von den 61 Millionen Euro, die für diese Tankstellen bereitstanden, wurden lediglich 16,3 Millionen Euro abgerufen. Empfänger gaben sogar 9 Millionen Euro an Subventionen zurück, nachdem Projekte aufgegeben worden waren.
Auch die bayerische Landesregierung hatte Schwierigkeiten, ihre Wasserstoff-Fördergelder zu verteilen. Schwache Nachfrage ließ große Teile des Budgets ungenutzt. Bis 2025 wurden zudem nur 4,1 Millionen Euro der 120 Millionen Euro, die für den Bau von Elektrolyseuren vorgesehen waren, tatsächlich ausgezahlt.
Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler machten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger für die Fehlverwaltung der Mittel verantwortlich. Sie warfen ihm vor, Steuergelder in unwirksame Programme verschwendet zu haben. Energieexperten ergänzten, dass Wasserstoff aufgrund der hohen Kosten voraussichtlich weder im Wärmesektor noch als Kraftstoff für Autos eine bedeutende Rolle spielen werde.
Die Bundesregierung setzt nun auf ein Wasserstoff-Kernnetz, das vor allem für industrielle Anwendungen gedacht ist. Doch selbst mit dieser Neuausrichtung bleibt Deutschland bei der Versorgung mit Wasserstoff stark von Importen abhängig – ähnlich wie bei Erdgas.
Die geringen Ausgaben unterstreichen die Herausforderungen beim Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur. Da es bei Tankstellen und Elektrolyseuren nur wenig Fortschritte gibt, steht die Energiewende vor Hindernissen. Der Fokus liegt nun auf industriellen Anwendungen, doch die Abhängigkeit von Importen bleibt ein zentrales Problem.






