30 May 2026, 12:17

Wie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Repair-Café Nachhaltigkeit lebt

Karem Hasan repariert Dinge

Wie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Repair-Café Nachhaltigkeit lebt

Hinter der Heilig-Geist-Kirche in Bremen betreibt Karem Hasan im Stadtteil Neue Vahr ein Repair-Café. Die Initiative bietet kostenlose Reparaturen für defekte Geräte an – Kunden bringen entweder selbst Ersatzteile mit oder finden diese mit seiner Hilfe. Jeden Samstagmorgen und an einigen Wochentagen geöffnet, hat sich das Café zu einem lokalen Treffpunkt für Nachhaltigkeit und Gemeinschaftsengagement entwickelt.

Hasan kam 2018 nach Bremen, nachdem er aus Syrien geflohen war, wo er in Damaskus als Elektroniker und Berufsschullehrer gearbeitet hatte. Bereits acht Monate später eröffnete er das Repair-Café, um sein Wissen weiterzugeben und Müll zu vermeiden. Mittlerweile unterstützen ihn seine Frau, Reham Alsalti, und ein Praktikant namens Andrii bei der wachsenden Arbeit.

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Das Café funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Die Besucher bringen ihre kaputten Gegenstände mit, und Hasan repariert sie unentgeltlich. Fehlen Teile, hilft er bei der Beschaffung. Sein Antrieb geht jedoch über die bloße Reparatur von Geräten hinaus – er möchte anderen vermitteln, wie wichtig Umweltschutz ist, besonders im Hinblick auf die Zukunft seiner drei Kinder.

Hasan, der inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, plant nicht, nach Syrien zurückzukehren. Als Gründe nennt er die fehlende Infrastruktur und den Wunsch nach einem friedlichen Leben mit seiner Familie. Politisch engagiert, trat er im Dezember 2024 der SPD bei.

Ab Juli werden neue „Recht auf Reparatur“-Gesetze seine Arbeit erleichtern. Hersteller werden dann gesetzlich verpflichtet, Produkte so zu gestalten, dass sie leichter reparierbar sind – eine Entwicklung, die Hasans langjähriges Anliegen unterstützt.

Das Repair-Café wächst weiter, getragen von Hasans Fachwissen und dem Einsatz seines Teams. Mit der bevorstehenden Gesetzgebung, die Reparaturrechte stärkt, wird seine Arbeit bald noch zugänglicher. Die Initiative bleibt ein konkretes Beispiel dafür, wie kleine Schritte im Alltag einen spürbaren Unterschied für die Nachhaltigkeit bewirken können.

Quelle