Wie Hoffmann von Fallersleben die deutsche Nationalhymne prägte – eine Zeitreise am 29. März
Sylvio ThiesWie Hoffmann von Fallersleben die deutsche Nationalhymne prägte – eine Zeitreise am 29. März
Führung am 29. März erkundet das Leben von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben – einer Schlüsselfigur der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts
Anlässlich des 228. Geburtstags des Dichters am 2. April 1798 lädt das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum in seiner Heimatstadt zu einer thematischen Führung ein. Besucher erfahren mehr über seine frühen Jahre und die Entstehung der deutschen Nationalhymne.
Hoffmann von Fallersleben wurde 1798 in Fallersleben geboren, das damals zum Kurfürstentum Hannover gehörte. Sein Elternhaus, das Hoffmann-Haus, diente als lokaler Treffpunkt, an dem Menschen Nachrichten und Ideen austauschten. Schon als Siebenjähriger las er Zeitungen vor – ein frühes Zeichen für sein Interesse an aktuellen Geschehnissen.
Sein Leben war geprägt von einer bewegten Epoche: Die Französische Revolution und die Entstehung moderner Nationalstaaten formten seine Zeit. Am 26. August 1841 verfasste er während der Rhein-Krise auf Helgoland das Lied der Deutschen als Aufruf zur deutschen Einheit. Der Text entwickelte sich zu einer patriotischen Hymne und spiegelte die Sehnsucht nach einem freien und vereinten Deutschland wider.
Die Geschichte der Hymne nahm dramatische Wendungen. 1922 wurde sie zur Nationalhymne der Weimarer Republik, doch die Nationalsozialisten missbrauchten später die erste Strophe "Deutschland, Deutschland über alles" für ihre Propaganda. Nach dem Zweiten Weltkrieg lehnte die Bundesrepublik den vollständigen Text ab. 1952 bestimmten Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer die dritte Strophe "Einigkeit und Recht und Freiheit" zur offiziellen Hymne. Bis heute ist sie die Nationalhymne des wiedervereinten Deutschlands und wird bei Anlässen wie den Olympischen Spielen oder dem Tag der Deutschen Einheit gesungen.
Die Führung am 29. März beginnt um 15:00 Uhr und wird von der Historikerin Elke Schulz geleitet. Die Tickets kosten 3,50 Euro für Erwachsene, 3,00 Euro für Rentner und Senioren sowie 2,50 Euro im ermäßigten Tarif. Kinder unter fünf Jahren haben freien Eintritt.
Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, Hoffmann von Fallerslebens Vermächtnis zu entdecken – von seinen Anfängen bis zur wechselvollen Geschichte der Hymne. Sein Werk steht bis heute für deutsche Einheit und demokratische Werte. Das Museum verbindet historische Aufklärung mit einem erschwinglichen Ausflug für alle Altersgruppen.






