Wietzendorf kämpft um Postdienstleistungen nach Filialschließung durch die Deutsche Bahn
Leila BlochWietzendorf kämpft um Postdienstleistungen nach Filialschließung durch die Deutsche Bahn
Wietzendorf ist die erste Gemeinde im nördlichen Heidekreis ohne Postdienstleistungen
In Wietzendorf gibt es seit 2023 keine Postfiliale mehr – nur noch sieben Briefkästen erinnern an die einstige Präsenz der Deutschen Bahn. Doch es laufen Verhandlungen, um für die Einwohner eine Lösung zu finden.
Das Ende der Postgeschichte Wietzendorfs besiegelte Anita Hillmer, die letzte Postmitarbeiterin des Ortes. Mit ihrem Ruhestand zum Jahresende 2023 schloss die letzte verbliebene Filiale. Bereits zu Jahresbeginn hatte die Gemeinde drei Postagentur Glück-Standorte verloren – zusätzlich zum endgültigen Schließen der Wietzendorfer Filiale.
Aktuell verhandelt die Deutsche Bahn über einen Ersatzstandort. Im Gespräch ist unter anderem das "Coworking Spaces Honnigwaav", ein konkreter Eröffnungstermin steht jedoch noch nicht fest. In der Nachbarstadt Soltau gab es unterdessen eine Neuerung: Das Schreibwarengeschäft Papier Ehlen übernahm dort die Postdienstleistungen.
Als Aktiengesellschaft ist die Deutsche Bahn an die Post-Universaldienstleistungsverordnung gebunden. Diese schreibt eine Mindestzahl an Filialen bundesweit vor und garantiert eine Grundversorgung für Orte mit mehr als 2.000 Einwohnern. Bundesweit betreibt das Unternehmen noch rund 28.000 Postfilialen und Partnerstandorte – Stand 2025.
Für Wietzendorf bleibt die Zukunft vorerst ungewiss. Sollte eine neue Lösung gefunden werden, wird die Deutsche Bahn diese voraussichtlich selbst betreiben. Die Entscheidung wird zeigen, wie die Bewohner künftig an essenzielle Postdienstleistungen kommen.
