Wohnungsmarkt in Deutschland: Immer weniger Quadratmeter für 1.000 Euro Miete
Sylvio ThiesWohnungsmarkt in Deutschland: Immer weniger Quadratmeter für 1.000 Euro Miete
Mieter in Deutschland bekommen für ihr Geld immer weniger Wohnfläche – während die Lebenshaltungskosten explodieren. Eine neue Studie zeigt, dass in 60 von 80 Großstädten der bezahlbare Wohnraum seit 2022 um mindestens 10 Prozent geschrumpft ist. Besonders dramatisch ist die Entwicklung im Ruhrgebiet, wo steigende Mieten die Mieter am stärksten treffen.
Die Daten offenbaren deutliche Rückgänge bei der Wohnfläche, die sich für eine feste Miete von 1.000 Euro erwerben lässt. In Wiesbaden erhalten Mieter heute nur noch 82 Quadratmeter – 2022 waren es 91 Quadratmeter, ein Verlust von 9 Quadratmetern oder 9,9 Prozent. Noch stärker betroffen ist Berlin: Hier müssen Mieter im Vergleich zu vor zwei Jahren auf 16 Quadratmeter verzichten. Auch in Hamburg und Mainz sind es 12 beziehungsweise 9 Quadratmeter weniger.
Das Ruhrgebiet verzeichnet die größten Einbußen. In Gelsenkirchen schrumpft die Fläche für dieselbe Miete um 29 Quadratmeter – der höchste Rückgang bundesweit. Experten führen dies auf einen „Nachholeffekt“ zurück: Selbst geringe Mietsteigerungen schlagen hier mit zweistelligen prozentualen Sprüngen zu Buche. Gleichzeitig sorgt ein „Überlaufeffekt“ dafür, dass die Nachfrage – und damit die Preise – in kleineren Städten steigen, weil die Metropolen für viele unbezahlbar werden.
Hinter dem Trend stehen steigende Baukosten, höhere Instandhaltungskosten und die jüngsten Zinserhöhungen. Immowelt-Chef Theo Mseka warnt, dass sich der Teufelskreis aus schrumpfenden Wohnflächen und explodierenden Mieten ohne gezielte Förderung des Bausektors weiter verschärfen werde.
Die Studie unterstreicht die zunehmende Wohnungsnot in ganz Deutschland. Da bezahlbarer Wohnraum in den Großstädten knapp wird, verbreitet sich der Druck auf das Umland. Ohne Gegenmaßnahmen werden Mieter auch künftig für dasselbe Geld immer weniger Fläche bekommen.






