Wohnungsnot in Deutschland: Warum Millionen Rentner bald obdachlos drohen
Francesco HeinrichWohnungsnot in Deutschland: Warum Millionen Rentner bald obdachlos drohen
Deutschland steht vor einer verschärften Wohnungsnot – Millionen Rentner kämpfen mit steigenden Mieten und niedrigen Renten
Robert Feiger, Vorsitzender der Gewerkschaft IG Bau, warnt, dass bezahlbarer Wohnraum mittlerweile das drängendste soziale Problem des Landes sei. Ohne schnelles Handeln drohten in den kommenden Jahren immer mehr Menschen in Armut abzurutschen, so der Gewerkschafter.
Feiger fordert eine massive Ausbauoffensive im Wohnungsneubau, um die Wohnungsknappheit zu lindern. Mehr Wohnungen würden nicht nur den Bedürftigen helfen, sondern auch die Wirtschaft ankurbeln. Seine Warnungen kommen zu einer Zeit, in der bereits über 760.000 Rentner auf Grundsicherung angewiesen sind – das entspricht etwa 4,3 Prozent aller Rentnerhaushalte.
Die Lage könnte sich weiter zuspitzen, wenn die Babyboomer-Generation in den Ruhestand geht. Bis 2036 werden voraussichtlich rund 5,1 Millionen Menschen aus dieser Altersgruppe weniger als 800 Euro monatlich aus der gesetzlichen Rente erhalten. Hohe Mieten könnten viele von ihnen in Wohnungsarmut drängen – besonders betroffen wäre Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland. In den nächsten zehn Jahren wird etwa 40 Prozent der Nachkriegsgeneration in Rente gehen, was das System zusätzlich belasten wird.
Feiger betont, dass eine Ausweitung des Wohnungsangebots entscheidend sei – sowohl für das Wirtschaftswachstum als auch für den Erfolg der aktuellen Ampelkoalition. Ohne ausreichend bezahlbaren Wohnraum werde sich die Krise für Rentner und einkommensschwache Familien weiter verschärfen, warnt er.
Der Appell des Gewerkschaftschefs für mehr Wohnungsbau unterstreicht die Dimension der bevorstehenden Herausforderung. Mit Millionen Rentnern, die von Armut bedroht sind, steht die Regierung unter Handlungsdruck. Feigers Vorschläge zielen darauf ab, eine Verschlimmerung der Krise zu verhindern – doch die Zeit wird knapp.






