18 March 2026, 00:44

Wolfsburg führt Gedenktag für Opfer des NS-Todesmarsches ein

Eine Gedenktafel an einer Wand mit Bildern von Individuen und Text, die die Opfer des Zweiten Weltkriegs ehrt.

Wolfsburg führt Gedenktag für Opfer des NS-Todesmarsches ein

Wolfsburg hat seinen ersten offiziellen Gedenktag eingeführt, um an die Opfer eines brutalen Todesmarsches während des Zweiten Weltkriegs zu erinnern. Der Stadtrat beschloss die Maßnahme einstimmig. Der Tag soll an die Menschen erinnern, die am 7. April 1945 vom Außenlager Laagberg des Konzentrationslagers Neuengamme in das 'Todeslager' Wöbbelin getrieben wurden.

Während des Krieges existierten in der Nähe Wolfsburgs 16 Außenlager des KZ Neuengamme. Die meisten wurden zwischen 1944 und 1945 eingerichtet, um Zwangsarbeiter für das Volkswagenwerk und die Rüstungsproduktion bereitzustellen. Die Häftlinge – darunter viele Polen, Sowjets und Franzosen – litten unter Massenerschiessungen, tödlichen medizinischen Experimenten und unmenschlichen Bedingungen, denen Tausende zum Opfer fielen.

Bei der Räumung im April 1945 wurden Hunderte auf Todesmärsche gezwungen, von denen viele unterwegs starben. Der neue Gedenktag ist Teil der umfassenden Bemühungen Wolfsburgs um historische Aufarbeitung und demokratische Bildung.

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Bürgermeister Dennis Weilmann kündigte zudem Pläne für eine Gedenkstätte am historischen Standort Laagberg an. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Der Gedenktag wird künftig jährlich begangen und würdigt das Leid derer, die während des Todesmarsches und in den Außenlagern ums Leben kamen. Das Engagement der Stadt umfasst sowohl die Erinnerungskultur als auch die Schaffung eines physischen Ortes, der diese Geschichte bewahrt.

AKTUALISIERUNG

Wolfsburg fügt dem Kalender einen zweiten jährlichen Gedenkstag hinzu

Stadtbeamte haben bestätigt, dass Wolfsburg nun zwei offizielle Gedenktage begehen wird: die Gedenkfeier am 7. April für den Todesmarsch und eine neue Gedenkfeier am 1. Juli, die die Gründung der Stadt feiert. Dieser Doppelrahmen wurde im Februar 2026 einstimmig vom Stadtrat genehmigt und erweitert das historische Gedenkprogramm der Stadt. Das Datum im Juli ergänzt bestehende Bemühungen, Opfer der Nazi-Ära zu gedenken, während gleichzeitig die Entwicklung Wolfsburgs nach dem Krieg gewürdigt wird.