25 April 2026, 12:38

Zufit Simon bricht mit The Fight Club beim Best OFF Festival alle Tabus

Ein Buchumschlag mit einer leuchtenden Illustration einer Gruppe tanzender Frauen in energischen, synchronisierten Posen mit detaillierter Kleidung und Gesichtsmerkmalen.

Zufit Simon bricht mit The Fight Club beim Best OFF Festival alle Tabus

Choreografin Zufit Simon eröffnet das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover am 23. April mit ihrer neuesten Arbeit The Fight Club. Das Stück markiert einen kühnen Stilbruch in ihrem Schaffen und wendet sich Themen wie Kampf und männlicher Energie zu. Simon, 1980 in Israel geboren, lebt seit 25 Jahren in Deutschland und bleibt trotz Kürzungen bei Fördergeldern und Schließungen von Spielstätten eine prägende Stimme des zeitgenössischen Tanzes.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mit vier Jahren begann Simon zu tanzen und absolvierte später eine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Ihr erster großer Erfolg gelang ihr 2005, als ihr Solo fleischlos mit dem dritten Platz als bestes deutsches Tanzsolo bei der euroscene Leipzig ausgezeichnet wurde. Kritiker vergleichen ihre Choreografien oft mit der molekularen Küche – jede Bewegung sei destilliert und doch von großer Intensität.

Jahre lang entstand Simons Werk in Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig. Doch 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur ihre konzeptionelle Förderung. Der Schlag vertiefte sich 2024, als das LOT-Theater, wo viele ihrer Stücke uraufgeführt worden waren, aufgrund von Insolvenz schließen musste.

Trotz dieser Rückschläge blühte Simons Karriere weiter auf. 2025, mit 45 Jahren, erhielt sie den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk. Nun präsentiert The Fight Club eine raue, kämpferische Richtung – eine Auseinandersetzung mit Aggression und körperlicher Konfrontation auf der Bühne.

Die Uraufführung ihres neuen Stücks fällt in eine entscheidende Phase ihres Schaffens. Der Festivalauftritt folgt auf Jahre institutioneller Herausforderungen, von Förderkürzungen bis zur Schließung wichtiger Spielstätten. Doch ihr Werk bleibt bestehen – und The Fight Club könnte ihren künstlerischen Weg einmal mehr neu definieren.

Quelle