Antimuslimische Hasskriminalität erreicht 2025 traurigen Höchststand in Deutschland
Leila BlochAntimuslimische Hasskriminalität erreicht 2025 traurigen Höchststand in Deutschland
Antimuslimische Vorfälle in Deutschland stiegen 2025 stark an
Im Jahr 2025 nahmen antimuslimische Vorfälle in Deutschland deutlich zu – insgesamt wurden 4.096 Fälle registriert. Das entspricht einem Anstieg von fast einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Eine aktuelle Umfrage zeigte zudem, dass jeder zweite Deutsche antimuslimischen Aussagen zustimmt.
Zu den gemeldeten Vorfällen im Jahr 2025 zählten zwei Tötungsdelikte, 214 körperliche Angriffe, 320 Fälle von Sachbeschädigung und fünf Brandanschläge. Den Großteil machten verbale Attacken aus, die 61,1 Prozent der Fälle ausmachten. Frauen waren überproportional betroffen: Sie stellten 64,5 Prozent der Opfer, während Männer 34,5 Prozent ausmachten.
Im Februar 2025 wurden in Berlin zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren von unbekannten Tätern angegriffen, die sie festhielten und an ihren Kopftüchern rissen. Laut einer EU-Studie zeigten nur 4 Prozent der Muslime, die im vergangenen Jahr Diskriminierung erlebten, diese an. Rima Hanano, Mitgeschäftsführerin der Organisation Claim, warnte, dass die tatsächliche Zahl der nicht gemeldeten Fälle aufgrund des Misstrauens der Betroffenen gegenüber den Behörden vermutlich weit höher liege.
Claim fordert nun einen besseren Schutz und mehr Unterstützung für die Opfer. Die Organisation schlägt zudem vor, einen nationalen Gedenktag am 1. Juli einzuführen, um antimuslimischen Rassismus zu thematisieren.
Der Anstieg antimuslimischer Vorfälle zeigt ein wachsendes Problem in Deutschland auf. Die Vorschläge von Claim zielen darauf ab, das Bewusstsein zu schärfen und Betroffene besser zu unterstützen. Die Daten belegen einen klaren Handlungsbedarf – sowohl bei der Untererfassung als auch bei der überproportionalen Betroffenheit von Frauen.
