30 March 2026, 02:17

Apotheken kämpfen 2025 mit historischer Liquiditätskrise und Rekordinsolvenzen

Apotheker in wei├čem Kittel mit Flasche, der mit Kundin spricht

Apotheken kämpfen 2025 mit historischer Liquiditätskrise und Rekordinsolvenzen

Deutsche Apotheken stecken in der schwersten Liquiditätskrise seit fast zwei Jahrzehnten. 2025 meldeten 44 Apotheken Insolvenz an – so viele wie seit 2008 nicht mehr. Nach 19 Fällen im Jahr 2023 und 40 im Jahr 2024 treiben steigende Betriebskosten, verzögerte Erstattungen der Krankenkassen und stagnierende Vergütungssätze viele dazu, nach vorzeitigen Auszahlungslösungen zu suchen.

Um die finanzielle Belastung zu mildern, bieten Clearingstellen nun beschleunigten Zugang zu Rezeptforderungen – und das zu wettbewerbsfähigen Konditionen.

Der Druck auf die Apotheken hat sich in den letzten zwei Jahren massiv verschärft. Die Liquiditätsengpässe verschlimmerten sich um 20 bis 30 Prozent, wobei hochpreisige Rezepte mittlerweile 40 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen. Viele kämpfen mit der täglichen Cashflow-Steuerung und greifen zunehmend auf vorzeitige Auszahlungsoptionen zurück.

Clearingstellen wie ARZ Haan und Noventi reagieren mit maßgeschneiderten Lösungen. Das Paket FlexZahlungBusiness von ARZ Haan kostet 115 Euro monatlich und ermöglicht Apotheken, Gelder zu einem Tageszins von 0,02 Prozent zu transferieren – ohne zusätzliche Überweisungsgebühren. Zudem können sie Transfers direkt über das System auslösen und so Zahlungen flexibel an ihren akuten Bedarf anpassen.

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Noventi setzt auf ein ähnliches Modell: Hier fällt ein Festzins von 0,018 Prozent an, zuzüglich einer variablen Finanzierungsgebühr, die sich am Ein-Monats-Euribor der Bundesbank orientiert. Beide Anbieter stellen sicher, dass nur tatsächlich verfügbare Mittel transferiert werden, um weitere Liquiditätsprobleme zu vermeiden. Der Zugang zu individuellen Rezeptdaten über Kundenportale unterstützt zudem eine präzise Finanzplanung.

"Die Nachfrage nach Vorfinanzierungen steigt stark an", betont Katja Frey, Vertriebsleiterin bei ARZ Haan. Immer mehr Apotheken bevorzugten Sofortauszahlungen gegenüber klassischen Bankkrediten, da Clearingstellen oft günstigere Zinsen als die Hausbanken böten.

Die neuen Zahlungsmodelle sollen die Finanzlage der Apotheken stabilisieren – angesichts anhaltender Liquiditätsprobleme. Mit weiter steigenden Insolvenzzahlen und wachsenden Betriebskosten könnte der schnellere Zugang zu Forderungen helfen, weitere Schließungen zu verhindern. Die Clearingstellen passen ihre Angebote kontinuierlich an, um dem wachsenden Bedarf der Branche nach flexiblen Finanzierungslösungen gerecht zu werden.

Quelle