26 March 2026, 02:23

Apotheker attackiert Günther Jauch wegen Werbung für ausländische Online-Apotheken

Apothekenladen mit einem Fahrzeug davor und einem Gebäude links daneben.

Apotheker attackiert Günther Jauch wegen Werbung für ausländische Online-Apotheken

Gernot Pohl, Inhaber der Marien-Apotheke in Saal an der Donau, hat den TV-Moderator Günther Jauch scharf kritisiert, weil dieser ausländische Online-Apotheken bewirbt. In einer öffentlichen Stellungnahme warf Pohl Jauch vor, den ohnehin schon geschwächten heimischen Apothekensektor weiter zu schädigen – ein Bereich, der bereits mit Schließungen und Kürzungen zu kämpfen hat. Er lud Jauch sogar ein, einen Tag in seiner Apotheke zu verbringen, um die täglichen Herausforderungen aus erster Hand mitzuerleben.

Pohls Frust rührt von der zunehmenden Verlagerung von Dauerrezepten an ausländische Online-Anbieter her. Sein Argument: Diese Unternehmen entzögen der deutschen Wirtschaft, dem Steuersystem und der lokalen Infrastruktur wichtige Einnahmen. Gleichzeitig blieben die vor Ort ansässigen Apotheken mit komplexen Aufgaben allein – von Lieferengpässen über individuelle Rezepturen bis hin zur intensiven Beratung von Patienten.

Seit 2020 haben in Deutschland rund 2.000 Apotheken dauerhaft geschlossen. Die Zahl sank von etwa 18.800 auf voraussichtlich 16.601 bis Ende 2025 – ein Rückgang um 12 Prozent. Pohl macht dafür chronische Unterfinanzierung, starre Preispolitik, übermäßige Bürokratie und Fachkräftemangel verantwortlich. Sollte sich die Lage nicht bessern, rechnet er bis 2025 mit weiteren 500 Schließungen.

Sein videobasiertes Angebot an Jauch stieß in der Branche auf breite Unterstützung. Viele Kollegen teilen seine Sorge, dass prominente Werbung für Online-Apotheken die unverzichtbare Rolle lokaler Apotheker in der Patientenversorgung ignoriert. Pohl hofft, dass Jauch nach einem Blick hinter die Kulissen seine Haltung überdenkt.

Pohls Appell erfolgt zu einer Zeit, in der das deutsche Apothekennetz unter finanziellen und regulatorischen Belastungen weiter schrumpft. Seine Einladung an Jauch unterstreicht die wachsende Kluft zwischen der Bequemlichkeit digitaler Angebote und den unverzichtbaren Leistungen vor Ort. Wie dieser Konflikt ausgeht, könnte mitbestimmen, wie Rezeptdienstleistungen künftig organisiert – und finanziert – werden.

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