Apotheker verliert Approbation nach jahrelangem Betrug und Hygieneskandal
Sylvio ThiesApotheker verliert Approbation nach jahrelangem Betrug und Hygieneskandal
Ein Apotheker hat nach Jahren des Betrugs und beruflicher Pflichtverstöße seine Approbation verloren. Der Fall begann im Jahr 2010, als er die Apotheke seines Bruders übernahm – obwohl gegen diesen bereits wegen Abrechnungsbetrugs ermittelt wurde. Im Laufe der Zeit verursachten seine eigenen Handlungen den gesetzlichen Krankenkassen Verluste von über 1,6 Millionen Euro.
Der Apotheker hatte seine Laufbahn in der Apotheke begonnen, nachdem die rechtlichen Probleme seines Bruders bekannt geworden waren. Statt die betrügerischen Abrechnungen zu korrigieren, führte er das System mindestens drei Jahre lang fort. Er reichte Rechnungen für Medikamente ein, die er nie abgegeben hatte, und teilte sich die Gewinne in 65 Fällen mit Patienten – entweder in bar oder durch die Aushändigung anderer Arzneimittel.
Im Dezember 2013 stellte er die betrügerischen Machenschaften ein und einigte sich mit den betroffenen Krankenkassen auf eine Rückzahlung. Zwar deckten die Erstattungen den vollen Schaden ab, doch die Aufsichtsbehörden hatten den Fall bereits im Blick. Ab 2015 zogen sie eine vorläufige Entziehung der Approbation in Betracht, warteten jedoch bis zum Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen.
Die Lage verschärfte sich 2021, als weitere Unregelmäßigkeiten ans Licht kamen. Untersuchungen förderten unsachgemäße COVID-19-Tests sowie schwerwiegende Hygienemängel zutage. Der Apotheker gab später zu, Erpressung und Druck nachgegeben zu haben, und behauptete, er habe lediglich seinen Bruder vor weiteren juristischen Konsequenzen schützen wollen.
Am 2. Februar 2022 urteilte das Verwaltungsgericht Frankfurt gegen ihn. In der Begründung hieß es, sein Verhalten habe das öffentliche Vertrauen in den Apothekerberuf schwer erschüttert.
Die Approbation des Apothekers wurde Anfang 2022 offiziell entzogen. Das Gericht verwies auf besonders schwere Verstöße gegen die Berufspflichten, darunter Betrug, unsachgemäße Tests und Hygienevergehen. Der Fall verursachte bei den Krankenkassen finanzielle Verluste von mehr als 1,6 Millionen Euro.






