25 March 2026, 12:21

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Kritik wächst

Balkendiagramm, das das Ausmaß globaler Wirtschaftseinbußen und den entsprechenden verlorenen Umsatz veranschaulicht.

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Kritik wächst

Öffentlich-rechtliche Sender ARD und ZDF stehen in der Kritik, weil sie in ihren Talkshows wirtschaftspolitische Themen vernachlässigen. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass sich 2025 nur noch 20 Prozent der Sendungen mit Wirtschaftspolitik beschäftigten – ein Rückgang gegenüber 33 Prozent im Jahr 2023. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wirft den Sendern vor, ihren öffentlichen Auftrag in einer Phase wirtschaftlicher Schwäche zu vernachlässigen.

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Die INSM untersuchte 284 Folgen aus fünf großen Talkformaten: Markus Lanz, Caren Miosga, Maybrit Illner, hart aber fair und Maischberger. Die Ergebnisse belegen einen deutlichen Rückgang wirtschaftspolitischer Debatten innerhalb von zwei Jahren. Bei den Gästen dominierten Politiker (41 Prozent) und Journalisten (27 Prozent), während Ökonomen nur 14 Prozent ausmachten, Unternehmer 5 Prozent und Vertreter der Wirtschaft lediglich 2 Prozent.

In fast einem Drittel der Sendungen mit wirtschaftlichem Bezug kam überhaupt kein Vertreter der Wirtschaft zu Wort. Besonders auffällig war das Ungleichgewicht bei Maischberger: In 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Folgen fehlten Stimmen aus der Wirtschaft völlig. Demgegenüber widmete hart aber fair 39 Prozent seiner Sendungen wirtschaftlichen Themen und bezog regelmäßig Vertreter der Wirtschaft ein.

INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben kritisierte, dass die öffentlich-rechtlichen Sender ihrer Aufgabe nicht gerecht würden, ausgewogen zu berichten. Die Wirtschaft werde in einer Zeit, in der sie besonders relevant sei, an den Rand gedrängt, so Alsleben. Er forderte, mehr Unternehmer und Wirtschaftsvertreter in die Diskussionen einzubinden. Ohne ihre Perspektive blieben Debatten über wirtschaftliche Herausforderungen unvollständig, warnte er.

Die Analyse zeigt einen klaren Trend: Seit 2023 verlieren wirtschaftspolitische Themen in Talkshows an Gewicht. Nun geraten ARD und ZDF unter Druck, ihre Gästelisten anzupassen und wirtschaftliche Debatten wieder stärker in den Fokus zu rücken. Die INSM betont, dass eine breitere Einbindung von Wirtschaftsvertretern unverzichtbar sei, um eine fundierte öffentliche Diskussion zu ermöglichen.

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