Aschura-Marsch in Berlin löst Empörung wegen Kinder-Inszenierung aus
Francesco HeinrichAschura-Marsch in Berlin löst Empörung wegen Kinder-Inszenierung aus
Ashura-Umzug in Berlin löst Kontroverse aus
Eine Kundgebung anlässlich des schiitischen religiösen Festes Aschura in Berlin hat für Aufsehen gesorgt. Die als „Aschura-Marsch“ bekannte Veranstaltung zog rund 600 Teilnehmer an und sollte die Solidarität mit unterdrückten Menschen weltweit zum Ausdruck bringen. Zwar gab es keine strafbaren Inhalte, doch eine Nachstellung unter Beteiligung von Kindern löste öffentliche Empörung aus.
Der Aschura-Marsch erinnert an die Märtyrertat Imam Husseins, einer zentralen Figur des schiitischen Islam. Bei extremen Temperaturen von 40°C unterbrachen die Veranstalter den Zug vorübergehend, um den Teilnehmern eine Pause zum Ausruhen und Trinken zu ermöglichen. Mehrere Personen mussten wegen der Hitze medizinisch versorgt werden.
Während der Kundgebung wurden Kinder aneinandergebunden und mussten im Rahmen einer historischen Nachstellung einer Entführung einem Mann in Gelb folgen. Berlins Innensenatorin Iris Spranger verurteilte dies als „absolut inakzeptabel“ und warf den Verantwortlichen vor, Kinder auf diese Weise zu instrumentalisieren. Nach massiver Kritik wurde die Darstellung noch während der Veranstaltung von der Einsatzleitung in Absprache mit den Organisatoren verboten. Der Verantwortliche brach die Szene daraufhin ab, und eine geplante Zwischenkundgebung wurde ebenfalls abgesagt.
Nach dem Verbot verlief die Demonstration friedlich weiter. Es gab keine weiteren Vorfälle, und Dolmetscher bestätigten, dass keine illegalen Inhalte geäußert wurden. Die Entscheidung der Organisatoren, den Marsch wegen der Hitze zu unterbrechen, trug dazu bei, gesundheitliche Risiken für die Teilnehmer zu mindern.
