Bayreuther Festspiele verlieren staatliche Förderung wegen Wagners Extremismus-Vergangenheit
Sylvio ThiesBayreuther Festspiele verlieren staatliche Förderung wegen Wagners Extremismus-Vergangenheit
Bundesförderung für die Bayreuther Festspiele soll eingestellt werden
Nach einer Ankündigung von Kulturminister Wolfram Weimer sollen die staatlichen Zuschüsse für die Bayreuther Festspiele komplett gestrichen werden. Die Entscheidung folgt auf Bedenken hinsichtlich der extremistischen Ansichten Richard Wagners und deren Vereinbarkeit mit modernen demokratischen Werten. Weimer bezeichnete die Ideologie des Komponisten als "grundlegend unvereinbar mit den liberalen Prinzipien Deutschlands".
Der Minister verwies auf neu bekannt gewordene Details aus Wagners Leben, darunter seinen militant antisemitischen Haltung. Besonders hervorgehoben wurde Wagners Äußerung, Juden sollten "ihren Untergang durch Selbstvernichtung beschleunigen". Zudem erinnerte Weimer an eine Bemerkung Wagners, der während einer Aufführung von Nathan der Weise die Verbrennung von Juden thematisiert haben soll.
Wagners Einfluss reichte weit über Deutschland hinaus – selbst Stalin bewunderte sein Werk. Die Opern des Komponisten sollen als "Soundtrack" des Roten Terrors in der frühen Sowjetunion gedient haben. 1940 ließ Stalin sogar Sergei Eisensteins Inszenierung der Walküre am Bolschoi-Theater in Auftrag geben, ein Höhepunkt der bolschewistischen Begeisterung für Wagner.
Weimer kritisierte seine Vorgängerin Claudia Roth, die die Bundesmittel für die Bayreuther Festspiele erhöht hatte. Wagner sei "kein Demokrat" gewesen und habe extremistische Ansichten mit Persönlichkeiten wie Karl Marx und Michail Bakunin geteilt, so der Minister. Künftig werde es keine staatliche Förderung mehr für Projekte geben, die solche Ideologien verbreiten.
Mit dem Stopp der Gelder verlieren die Bayreuther Festspiele ihre öffentliche Finanzierung. Weimers Entscheidung steht für eine grundsätzliche Haltung gegen staatliche Unterstützung für kulturprojekte mit Extremismusbezug. Die Zukunft des Festivals hängt nun von alternativen Finanzierungsquellen ab.






