Brandenburg testet neue Apotheken-Notdienste: Mehr Entlastung für das Personal
Dora CichoriusBrandenburg testet neue Apotheken-Notdienste: Mehr Entlastung für das Personal
Pilotprojekt in Brandenburg revolutioniert Apotheken-Notdienste
Ein neues Pilotprojekt in Brandenburg verändert die Organisation der Apotheken-Notdienste grundlegend. Statt wie bisher alle 13 Tage müssen Apotheker:innen künftig nur noch alle 20 Tage Bereitschaftsdienst leisten – eine Maßnahme, die den Druck auf das Personal verringern soll. Die Reaktionen fallen vorsichtig positiv aus, auch wenn einige weitere Verbesserungsvorschläge anbringen.
Die Apothekerkammer Brandenburg (LAK) hatte die Umstellung Anfang Februar bekannt gegeben; die Testphase läuft bis zum 31. Dezember. Ursprünglich sollte das neue Modell bereits zum 1. Januar dieses Jahres starten. Entwickelt wurde es unter der ehemaligen Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher. Den Anstoß gab eine Umfrage der LAK, laut der Notdienste vor allem an Wochenenden stark nachgefragt werden.
Der Apotheker Peter Schmieder aus Golzow bezeichnet die Änderung als "Entlastung". Bisher habe er kaum 14 Tage am Stück freinehmen können, da der enge Turnus kaum Spielraum ließ. Zudem schlug er vor, die Notdienste in Krankenhäuser zu verlegen – das wäre aus seiner Sicht praktikabler für Patient:innen.
Jens Dobbert, Präsident der Apothekerkammer, betonte die Vorteile des neuen Systems: Die 20-Tage-Regelung verteile die Bereitschaftsdienste gerechter und reduziere die Belastung für die Teams. Thomas Müller, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium, nannte den überarbeiteten Service gar "vergoldet".
Sollte die geplante Apothekenreform in Kraft treten, könnte sich die Vergütung für Notdienste fast verdoppeln. Diese finanzielle Aufwertung macht das überarbeitete Modell für die Branche noch attraktiver.
Das Pilotprojekt läuft bis Ende Dezember und gibt Apotheker:innen längere Pausen zwischen den Diensten. Mit möglichen finanziellen Anreizen und einer faireren Arbeitsverteilung könnte die Reform die Notversorgung in Brandenburg nachhaltig prägen. Der Erfolg des Tests könnte auch Impulse für künftige Reformen in der Region liefern.






