Brandenburgs Cannabis-Legalisierung scheitert: Schwarzmarkt und Verkehrsrisiken steigen
Francesco HeinrichBrandenburgs Cannabis-Legalisierung scheitert: Schwarzmarkt und Verkehrsrisiken steigen
Zwei Jahre nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat Brandenburgs Innenminister Jan Redmann die Politik als gescheitert erklärt. Trotz der Einführung nichtkommerzieller Anbauvereine bleibt der Schwarzmarkt stark, während illegale Händler weiterhin florieren. Gleichzeitig haben sich in ganz Brandenburg Verkehrsvorfälle in Verbindung mit Cannabiskonsum gehäuft.
Das Gesetz, das den privaten Anbau und Anbauvereine erlaubt, trat am 1. April 2024 in Kraft. Seit dem 1. Juli desselben Jahres dürfen Vereine mit bis zu 500 Mitgliedern Cannabis ausschließlich für ihre registrierten Nutzer anbauen und verteilen. Bisher hat Brandenburg 21 solche Vereine genehmigt, sechs weitere Anträge werden noch geprüft.
Laut Redmann können die Vereine die Nachfrage nicht decken, sodass der illegale Markt unberührt bleibt. Bei Kontrollen der Vereine gab es zwar keine Verstöße oder Bußgelder, doch der Schwarzhandel besteht weiter. Das brandenburgische Innenministerium warnt, dass illegale Händler über dieselben Kanäle nicht nur Cannabis, sondern auch gefährlichere Drogen vertreiben.
Auch die Verkehrssicherheit gibt Anlass zur Sorge. 2025 stiegen die Verdachtsfälle von Fahrten unter Cannabiseinfluss um 31,5 % – von 1.313 im Jahr 2024 auf 1.727. Die Zahl der Unfälle mit Cannabis als Ursache erhöhte sich leicht von 115 auf 119.
Als Reaktion beschloss die brandenburgische CDU im Februar, die Teillegalisierung rückgängig zu machen und das Gesetz komplett abzuschaffen. Die Partei argumentiert, dass die Regelung den illegalen Handel nicht eingedämmt habe, während sich die Risiken im Straßenverkehr erhöhten.
Das Experiment mit der Legalisierung hat weder den Schwarzmarkt geschwächt noch die Versorgung über regulierte Vereine verbessert. Angesichts steigender Verkehrsdelikte und Unfälle in Verbindung mit Cannabis steht der Vorstoß der CDU, das Gesetz zu kippen, nun zur weiteren Debatte. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, ob Brandenburg an seinem aktuellen Kurs festhält – oder ihn aufgibt.






