Brandenburgs Schulen kämpfen mit Rekord-Lehrermangel und Haushaltskürzungen
Francesco HeinrichBrandenburgs Schulen kämpfen mit Rekord-Lehrermangel und Haushaltskürzungen
Brandenburg steht vor dem schwersten Lehrkräftemangel seiner Geschichte – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Schülerzahlen Rekordhöhen erreichen. Die Krise verschärft sich durch geplante Haushaltskürzungen, die bis 2025 345 Vollzeitstellen im Lehrbereich streichen werden. Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) räumte ein, dass das Land für das kommende Schuljahr keine vollständige personelle Ausstattung des Lehrplans garantieren könne.
Das Problem begann jedoch schon vor den jüngsten Kürzungen. Brandenburg startete das aktuelle Schuljahr mit zu wenig Lehrkräften, sodass die meisten Beschäftigten eine zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche übernehmen mussten. Der Haushalt 2025 sieht nun den Abbau von 345 Vollzeitstellen vor – was die Belastung weiter verschärft.
Die Kürzungen haben bereits dazu geführt, dass viele Quereinsteiger – also Lehrkräfte mit fachfremder Ausbildung – nicht mehr eingestellt werden konnten. Unter Educator:innen formiert sich Widerstand: Sie warnen, dass Schulen kaum noch funktionsfähig sein werden. Hoffmann, der nach über 30 Jahren SPD-Führung im Bildungsministerium das Zepter übernommen hat, steht damit vor einer gewaltigen Herausforderung.
Trotz des Personalmangels hat der Minister Reformen zur Förderung von Lese- und Rechenkompetenz angekündigt. Doch mit steigenden Schülerzahlen und immer weniger Lehrkräften blicken die Schulen einem unsicheren Jahr entgegen.
Die Kürzungen hinterlassen Brandenburg in der schwersten Personalnot aller Zeiten. Das kommende Schuljahr wird die höchsten Schülerzahlen der Geschichte verzeichnen – bei noch nie dagewesener Unterversorgung mit Lehrkräften. Die Schulen müssen sich nun auf mögliche Unterrichtsausfälle und eine weitere Arbeitsverdichtung für das Personal einstellen.






