Großrazzien in Niedersachsen: Behörden gehen gegen Schwarzarbeit und Mindestlohnverstöße vor
Dora CichoriusGroßrazzien in Niedersachsen: Behörden gehen gegen Schwarzarbeit und Mindestlohnverstöße vor
Behörden in Niedersachsen führen Großrazzien gegen Schwarzarbeit und Mindestlohnverstöße durch
In den vergangenen zwei Jahren haben die Behörden in Niedersachsen eine Reihe großangelegter Kontrollen durchgeführt, um illegale Beschäftigung und Verstöße gegen den Mindestlohn zu bekämpfen. Einsatzteams aus Zoll, Polizei und kommunalen Behörden überprüften Betriebe in Oldenburg und im Landkreis Wesermarsch – dabei deckten sie Steuerhinterziehung, gefälschte Dokumente und Verstöße gegen das Arbeitsrecht auf. Die verschärften Kontrollen erfolgten im Rahmen einer konzertierten Aktion, um die Einhaltung der Vorschriften durchzusetzen.
Die erste große Razzia fand am 12. September 2025 in Ahlhorn statt. Rund 100 Beamte von Zoll, Polizei und Kreisverwaltung durchsuchten zehn Bars und Läden entlang der Wildeshauser Straße. Die Straße wurde zeitweise gesperrt, während die Kontrolleure Mitarbeiterregistrierungen, die Einhaltung des Mindestlohns und Sicherheitsmängel prüften. Bei der Aktion beschlagnahmten sie ein Kilogramm nicht versteuerten Shisha-Tabak und leiteten ein Steuerhinterziehungsverfahren ein. Zudem wurden in einem Safe verdächtige, möglicherweise gefälschte Unterlagen sichergestellt.
Zwei weitere Großkontrollen folgten im März 2026. Am 10. März richteten sich bundesweite Überprüfungen gegen Baustellen in Oldenburg: 51 Mitarbeiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls kontrollierten Löhne und Sozialversicherungsbeiträge. Vom 14. bis 18. März lag der Fokus auf Friseurbetrieben in Oldenburg und Wesermarsch. Bei diesen Kontrollen, an denen kommunale Behörden und der Zoll beteiligt waren, wurde in zwei Betrieben unversteuerter Kaffee entdeckt – die Folge waren Nachzahlungen von Kaffeesteuer und Zollaufschlägen.
Die Verantwortlichen betonten die Bedeutung der Maßnahmen. Stephanie Grotheer, Leiterin des Hauptzollamts Oldenburg, lobte die Effizienz der behördenübergreifenden Zusammenarbeit. Hendrik Raytarowski, Chef der FKS, unterstrich die Notwendigkeit, illegale Beschäftigungsstrukturen zu bekämpfen und faire Arbeitsbedingungen sicherzustellen. Carsten Hoffmeyer, Polizeidirektor für Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, ergänzte, dass sichtbare Streifen und direkter Dialog mit der Bevölkerung Vertrauen und Sicherheit stärkten.
Die Razzien führten zu Steuernachforderungen, Beschlagnahmungen und Ermittlungen wegen Urkundenfälschung. Betrieben, die gegen die Vorschriften verstoßen hatten, drohen nun Geldstrafen und mögliche juristische Konsequenzen. Die Behörden kündigten an, die Kontrollen fortzusetzen, um Arbeitsgesetze durchzusetzen und Schwarzarbeit in der Region nachhaltig zu unterbinden.






