CDU-Politiker Bommert postet NS-Militärfahrzeuge – und tritt nach Kritik zurück
Leila BlochCDU-Politiker Bommert postet NS-Militärfahrzeuge – und tritt nach Kritik zurück
Frank Bommert, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Brandenburger Landtag, hat mit der Veröffentlichung eines Videos von einer Veranstaltung, auf der restaurierte Militärfahrzeuge aus der NS-Zeit gezeigt wurden, für Aufsehen gesorgt. Die Aufnahmen, die er auf seinem Instagram-Account teilte, zeigten Uniformierte, die auf Motorrädern der ehemaligen Wehrmacht fuhren. Der Vorfall löste scharfe Kritik – auch aus den eigenen Reihen – aus.
Bommert löschte das Video später und bezeichnete die Veröffentlichung als Fehler. Zudem trat er nach den massiven Rückmeldungen als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Landtag zurück.
Das auf Bommerts privatem Account gepostete Video zeigte eine private Veranstaltung, bei der Teilnehmer auf historischen Motorrädern fuhren, wie sie einst von der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg genutzt wurden. Einige Anwesende trugen dabei historische Uniformen, was die Kontroverse weiter anheizte. Zunächst hatte Bommert sich geweigert, Stellung zu dem Post zu nehmen.
Nach öffentlichem Protest räumte er ein, die Veröffentlichung sei unüberlegt gewesen, und legte sein Ausschussamt nieder. Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Steeven Bretz, verurteilte den Inhalt umgehend und erklärte, er "distanziere sich in aller Deutlichkeit von Material dieser Art und dessen Verbreitung". Bretz kündigte eine interne Prüfung sowie ein persönliches Gespräch mit Bommert an.
Die CDU erteilte Bommert einen offiziellen Verweis, sah jedoch von weiteren Konsequenzen wie dem Entzug anderer Parteiämter ab. Der Vorfall reiht sich in frühere Kritik an Bommert ein, der zuvor bereits einen WhatsApp-Status geteilt hatte, in dem er seine Lieblingspolitiker auflistete – darunter die Grünen-Politiker Robert Habeck, Annalena Baerbock und Ricarda Lang – sowie verstorbene Prominente.
Die aktuelle Kontroverse fällt in eine Phase, in der die CDU ohnehin mit Fragen zur politischen Glaubwürdigkeit kämpft. Äußerungen führender Mitglieder wie die Aussage von Friedrich Merz, wonach bis 2026 80 Prozent der syrischen Geflüchteten zurückkehren sollten, oder Günther Oettingers Verteidigung von Manuel Hagel wegen eines Videos mit der Aussage zu "braunen Augen" hatten bereits die Koalitionsbeziehungen belastet. Umfragen vom Januar 2026 zeigten, dass nur 17 Prozent der Befragten Merz für glaubwürdig hielten – ein Indiz für die wachsende Skepsis in der Bevölkerung.
Die CDU hat den Fall mit einem Verweis geahndet, auf weitere disziplinarische Maßnahmen jedoch verzichtet. Bommerts Rücktritt als Ausschussvorsitzender ist die bisher direkteste Konsequenz des Vorfalls. Die Partei steht nun vor der Herausforderung, wie sie künftig mit historischer Symbolik und innerparteilicher Verantwortung umgeht.






