Deutsche Industrie im Umbruch: Warum die Angst vor Deindustrialisierung übertrieben ist
Leila BlochDeutsche Industrie im Umbruch: Warum die Angst vor Deindustrialisierung übertrieben ist
Deutsche Industrie im Wandel – doch von Deindustrialisierung keine Spur
Die deutsche Industrie verändert sich rasant, doch die Befürchtungen einer Deindustrialisierung könnten übertrieben sein. Drei aktuelle Studien des ifo Instituts, des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Bertelsmann Stiftung deuten darauf hin, dass der Sektor sich anpasst statt schrumpft. Experten betonen, dass in vielen Unternehmen mittlerweile wachstumsorientierte Produkte das Portfolio dominieren.
Ein tiefgreifender Strukturwandel vollzieht sich in der deutschen Industrieproduktion. Während traditionelle Branchen wie die Metallverarbeitung oder die Chemieindustrie unter Druck geraten, stammen mittlerweile 76 Prozent der Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes aus Sektoren mit stetig steigender Nachfrage. Selbst in bisher als schwach geltenden Bereichen entstehen hochdynamische Segmente.
Die Automobilindustrie bleibt jedoch ein Sorgenkind: Die Exporte nach China haben sich halbiert, und der Wettbewerb verschärft sich. Dennoch stellen die Forscher fest, dass sich die meisten Industrieunternehmen auf Produkte konzentrieren, die von wachsenden Märkten getragen werden. Oliver Falck vom ifo Institut verweist auf positive Entwicklungen, räumt aber ein, dass der Übergang zu einer wachstumsorientierten Produktion noch nicht vollständig gelungen ist.
Experten schlagen ein neues Modell vor: Produkte in Deutschland entwickeln, während die Fertigung unter unterstützenden Rahmenbedingungen ins Ausland verlagert wird. Gleichzeitig fordern sie die Politik auf, innovationsfreundliche Bedingungen zu schaffen, statt auf veraltete Strukturen zu setzen.
Die Studien kommen zu dem Schluss, dass von einer Deindustrialisierung keine Rede sein kann. Die deutsche Industrie birgt nach wie vor Potenzial – vor allem, wenn die Unternehmen weiterhin auf gefragte Produkte setzen. Der Erfolg hängt jedoch davon ab, ob die Politik diesen Wandel mit passenden Maßnahmen begleitet.






