21 April 2026, 18:20

Duisburger Innovationslabor: 4,66 Millionen für Luxus statt Hightech-Polizei

Kaffeehaus-Interieur mit Tischen, Stühlen, einem "Mega Coffee"-Schild an der Wand, einem Topf mit einer Pflanze, einer Bodenstehmaschine und Deckenleuchten.

Duisburger Innovationslabor: 4,66 Millionen für Luxus statt Hightech-Polizei

Duisburger Innovationslabor gerät in die Kritik nach Kostenexplosion von 4,66 Millionen Euro

Das Duisburger Innovationslabor steht in der Kritik, nachdem die Kosten für seinen Hauptsitz mit 4,66 Millionen Euro das ursprüngliche Budget bei Weitem überschritten haben. Als Hightech-Polizeieinrichtung konzipiert, verfügt das Gebäude nun über Luxusausstattungen – darunter eine Spitzenkaffeemaschine und eine Stretchlimousine. Behördenvertreter rechtfertigen die Ausgaben als Teil einer Antikorruptionsstrategie.

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Die Baukosten des Labors stiegen von ursprünglich veranschlagten 250.000 Euro auf eine Endsumme von 4,66 Millionen Euro an. Dennoch führte das Landesamt für Polizeiliche Dienste (LZPD) vor der Genehmigung keine Kosten-Nutzen-Analyse durch. Im Inneren ist der Konferenzraum mit gebrauchten Möbeln im viktorianischen Stil und einer eingebauten Mahagoniküche ausgestattet.

Kaffee auf Barista-Niveau und vernachlässigte Überwachungstechnik Klaus Brandner, der leitende Kriminalhauptkommissar der Einrichtung, serviert Gäste persönlich mit Kaffee in Barista-Qualität. Die Maschine bietet 100 individuelle Einstellungen und produziert Getränke, die es mit professionellen Cafés aufnehmen können. Gleichzeitig liegt der Überwachungsbereich des Labors brach: Ein kaputter Fernseher und keine Spur von "Spot" – dem Roboterhund, der eigentlich Beweismaterial durch Zerkleinern in winzige Datenpellets vernichten sollte.

Zu den Transportmitteln des Labors gehört eine Stretchlimousine, während für eine Fahrt zum Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen angeblich ein Taxi abgelehnt wurde. Brandner argumentiert, solche Annehmlichkeiten dienten präventiv der Korruptionsbekämpfung. Sollte sich das Modell bewähren, plant er, ähnliche Einrichtungen in Polizeidienststellen landesweit in NRW einzuführen.

Zweifel an der finanziellen Kontrolle – Zukunft des Labors ungewiss Die prunkvollen Ausstattungsmerkmale und die explodierenden Kosten werfen Fragen nach der Haushaltsdisziplin auf. Angesichts der Pläne zur Ausweitung des Konzepts dürften die Behörden mit weiteren Prüfungen ihrer Ausgabenentscheidungen rechnen. Ob die Antikorruptionsbehauptungen des Labors einer Überprüfung standhalten, wird nun über seine Zukunft entscheiden.

Quelle