Energiekrise spitzt sich zu: Niedersachsen fordert dringend dritte LNG-Anlage und mehr heimisches Gas
Leila BlochOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Energiekrise spitzt sich zu: Niedersachsen fordert dringend dritte LNG-Anlage und mehr heimisches Gas
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat dringende Bedenken angesichts der sich verschärfenden Energiekrise in Deutschland geäußert. Angesichts gefährlich niedriger Gasreserven und des nahenden Winters drängt er auf schnelle Maßnahmen – darunter ein drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven und eine stärkere Nutzung der heimischen Gasförderung.
Stand 17. März 2026 sind die deutschen Gasspeicher nur noch zu 21,93 % gefüllt – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 81 % von Anfang November des Vorjahres. Prognosen zufolge könnte dieser Wert bis Ende März auf 13,1 % sinken. Lies warnt seit Langem, dass die schrumpfenden Vorräte in Kombination mit der Gefahr eines Konflikts mit dem Iran eine ernsthafte Bedrohung für die Energieversorgung darstellen.
Um die Engpässe zu überwinden, hat Deutschland die LNG-Importe über bestehende Terminals hochgefahren und sich zusätzliche Pipeline-Kapazitäten aus Norwegen gesichert. Auch die Branchenverbände INES und BDEW fordern regulatorische Reformen, um die Speicher bereits vor dem nächsten Winter früher auffüllen zu können. Trotz einer gesenkten Mindestbefüllungsvorgabe – von 40 % auf 30 % reduziert – besteht Lies auf weitere Schritte.
Neben den Importen setzt er sich für eine Ausweitung der heimischen Gasförderung, insbesondere in der Nordsee, ein, um die Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen zu verringern. Gleichzeitig kritisiert er die erneute Debatte über Atomkraft als kontraproduktiv, da sie bei Bürgern und Unternehmen Verunsicherung schaffe.
Steigende Spritpreise an den Tankstellen verschärfen den Druck zusätzlich. Lies fordert die Mineralölkonzerne auf, Maßnahmen zur Stabilisierung der Kosten zu ergreifen, und ruft die Bundesregierung dazu auf, alle möglichen Gegenmaßnahmen zu prüfen. Zu seinen Forderungen gehört auch eine umfassende Überprüfung der Energiestrategie, um künftige Versorgungsengpässe zu vermeiden.
Lies' Vorschläge zielen auf schnelle Lösungen ab: den Ausbau der LNG-Infrastruktur, die Steigerung der inländischen Förderung und Reformen der Regularien. Angesichts kritisch niedriger Speicherstände und wachsender geopolitischer Risiken unterstreichen seine Warnungen die Notwendigkeit einer abgestimmten Reaktion. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die deutsche Energieversorgung vor dem Winter zu sichern.






