FDP vor Machtkampf: Dürr gegen Höne beim Parteitag Ende Mai
Die Freie Demokratische Partei (FDP) bereitet sich auf einen internen Führungsstreit bei ihrem Bundesparteitag Ende Mai vor. Der amtierende Vorsitzende Christian Dürr wird für eine Wiederwahl kandidieren, doch nun stellt sich mit Henning Höne ein Herausforderer in den Weg. Die Entscheidung fällt nach dem kollektiven Rücktritt des Bundesvorstands – einschließlich Dürr selbst.
Der unter Dürrs Führung stehende FDP-Bundesvorstand hatte angekündigt, noch vor dem anstehenden Parteitag zurückzutreten. Dennoch bestätigte Dürr, erneut für den Spitzensposten antreten zu wollen. Sein Wahlkampf steht im Zeichen einer Rückkehr zu den traditionellen liberalen Werten der Partei, wobei er wirtschaftliche Themen als die drängendste Frage für die Wähler von heute in den Mittelpunkt rückt.
Dürr argumentiert, die FDP habe sich stets durch die Bewältigung der jeweils drängendsten Probleme ihrer Zeit mit marktwirtschaftlichen Lösungen definiert. Als Beispiel verweist er auf die 1970er-Jahre, als sich die Partei von sozialliberalen Positionen – wie in den Freiburger Thesen formuliert – hin zu einer stärker wirtschaftsorientierten Ausrichtung mit den Kieler Thesen wandelte. Dieser Kurswechsel führte zunächst zur Unterstützung von Bundeskanzler Willy Brandt, später zur Regierungsbeteiligung unter Helmut Schmidt und etablierte die FDP als Gegengewicht zum linken Flügel der SPD.
In seiner Vision beschreibt Dürr die FDP als eine "optimistische Reformkraft mit klarer marktwirtschaftlicher Ausrichtung". Seine Kandidatur bleibt jedoch nicht unangefochten: Mit Henning Höne hat sich nun ein Konkurrent gemeldet, der den Führungsanspruch an der Parteispitze bestreitet.
Die Abstimmung über den Parteivorsitz findet auf dem FDP-Bundesparteitag Ende Mai statt. Während Dürr mit wirtschaftsliberalen Reformen wirbt, bringt Hönes Herausforderung eine neue Dynamik in den Richtungsstreit. Das Ergebnis wird entscheiden, wer die Partei in ihre nächste Phase führt.






