10 May 2026, 20:17

Flaggenstreit in der Weimarer Republik zeigt Deutschlands tiefe Spaltung

Deutsches Flagge mit einem schwarzen Doppeladler in der Mitte auf rot, gelb und schwarzen horizontalen Streifen.

Flaggenstreit in der Weimarer Republik zeigt Deutschlands tiefe Spaltung

Flaggenstreit verschärft sich in der Weimarer Republik – ein Spiegel der politischen Spaltung

Der Streit um die deutsche Flagge spitzte sich während der Weimarer Republik weiter zu und spiegelte die tiefen politischen Gräben im Land wider. Der Konflikt um die nationalen Symbole blieb jahrelang ungelöst, während verfeindete Lager unterschiedliche Farbkombinationen unterstützten. 1926 versuchte Reichspräsident Paul von Hindenburg, die Frage zu klären – doch sein Eingreifen heizte die Debatte nur weiter an.

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Im Mittelpunkt standen zwei gegensätzliche Entwürfe. Die politische Rechte, darunter DVP und DNVP, setzte sich für die alten kaiserlichen Farben Schwarz-Weiß-Rot ein. Die Weimarer Koalition und selbst die Kommunisten hingegen favorisierten Schwarz-Rot-Gold, eine Kombination, die an die Revolution von 1848 anknüpfte. Bis 1925 hatte sich die Spaltung in zwei Blöcke verfestigt: den „Schwarz-Rot-Gold-Volksblock“ und den „Schwarz-Weiß-Rot-Reichsblock“.

Im Mai 1926 erließ Hindenburg die zweite Flaggenverordnung. Das Dekret erlaubte diplomatischen Vertretungen außerhalb Europas, sowohl die Nationalflagge (Schwarz-Rot-Gold) als auch die Handelsflagge (Schwarz-Weiß-Rot) zu hissen. Doch dieser Kompromiss überzeugte keine der beiden Seiten. Reichskanzler Luther sah sich von allen Seiten unter Beschuss, während die Rechte, gestärkt durch Hindenburgs früheren Wahlsieg, auf die vollständige Wiedereinführung der kaiserlichen Farben drängte.

Die Suche nach einer Lösung beschränkte sich nicht auf die Politik. Edwin Redslob, der Reichskunstwart, schlug ein radikales Redesign vor: ein rot-gelbes Feld mit einem schwarzen Balkenkreuz. Sein Vorschlag fand jedoch keine Unterstützung. Selbst Hindenburgs offener Brief, in dem er zu einer verfassungsgemäßen Einigung aufrief, konnte die Blockade nicht überwinden. Der Streit zog sich hin – ungelöst bis 1933.

Der Flaggenkonflikt offenbarten Deutschlands tiefe Zerrissenheit lange vor der NS-Zeit. Unter der Weimarer Republik gelang es nie, eine dauerhafte Lösung zu finden. Stattdessen wurde die Debatte zu einem weiteren Symbol für die Instabilität und die zerrissene politische Landschaft der ersten deutschen Demokratie.

Quelle