Goslar testet Tempo 30 in Ohlhof – mehr Sicherheit oder nur ein Experiment?
Dora CichoriusGoslar testet Tempo 30 in Ohlhof – mehr Sicherheit oder nur ein Experiment?
Goslar führt ab 9. April eine sechsmonatige Testphase für eine Tempo-30-Zone im Stadtteil Ohlhof ein. Die Regelung gilt für die Ohlhofbreite und die Kurt-Schumacher-Allee, wo zwischen 2023 und 2025 zwölf Unfälle und 28 Beinahe-Kollisionen registriert wurden. Anwohner:innen und der Stadtrat hatten sich für die Maßnahme ausgesprochen, um die Sicherheit und Lebensqualität zu verbessern.
Die Entscheidung folgt auf jahrelange Besorgnis über Verkehrsvorfälle in dem Gebiet. Daten aus den Jahren 2023 bis 2025 zeigten wiederholte Zusammenstöße und gefährliche Situationen auf beiden Straßen, was zu Forderungen nach Handlungsbedarf führte. Eine Petition von 238 Ohlhofer Anwohner:innen im vergangenen Jahr unterstützte die Forderung nach langsameren Geschwindigkeiten und erhielt Rückhalt vom Quartiersverein sowie dem Goslarer Stadtrat.
Die Testzone wird nach dem "Rechts-vor-Links"-Prinzip betrieben, was bedeutet, dass Autofahrer:innen an Kreuzungen Fahrzeugen von rechts Vorfahrt gewähren müssen. Während der Probephase kommen weder Blitzer noch andere Kontrollen zum Einsatz. Stattdessen wird die Stadt die Geschwindigkeiten überwachen, um sicherzustellen, dass nicht mehr als 15 Prozent der Fahrer:innen schneller als 36 km/h fahren – ein Wert, der als V85-Ziel gilt.
Regelmäßige Verkehrsuntersuchungen sollen die Wirksamkeit der Zone prüfen. Falls der Versuch zu einer Verringerung der Geschwindigkeiten und einer verbesserten Sicherheit führt, könnte die Tempo-30-Beschränkung dauerhaft eingeführt werden.
Das Pilotprojekt startet am 9. April ohne Sanktionen. Sein Erfolg hängt von der Akzeptanz der Autofahrer:innen und den Auswirkungen auf die Unfallzahlen ab. Wird das V85-Tempoziel erreicht, könnte die niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzung auch nach Ablauf der sechsmonatigen Testphase bestehen bleiben.






