18 April 2026, 02:22

Hugo Boss in der Kritik: Abmahnwelle trifft Kleinunternehmen und NGOs

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, gelegen an No. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Hugo Boss in der Kritik: Abmahnwelle trifft Kleinunternehmen und NGOs

Der Modekonzern Hugo Boss steht wegen seiner aggressiven juristischen Vorgehensweise gegen Kleinunternehmen und gemeinnützige Organisationen in der Kritik. Das für seine Luxuskleidung bekannte Unternehmen hat Abmahnungen an Organisationen verschickt, die in ihren Namen das Wort "BOSS" verwenden. Unterdessen hat der Komiker Joe Lycett aus Protest seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen.

Die Marke, die 1924 gegründet wurde, blickt auf eine komplexe Geschichte zurück – darunter auch Verbindungen zum NS-Regime während des Zweiten Weltkriegs. Hugo Boss existiert seit fast einem Jahrhundert und ist heute in 127 Ländern mit über 14.000 Mitarbeitern vertreten. 2018 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 2,3 Milliarden Pfund in 439 Filialen weltweit. Doch seine Vergangenheit umfasst ein dunkles Kapitel: Während der NS-Zeit fertigte das Unternehmen SS-Uniformen unter Zwangsarbeit.

2011 entschuldigte sich Hugo Boss öffentlich für das "Leid oder die Entbehrungen", die durch sein Handeln unter der NS-Herrschaft verursacht wurden. Der Firmengründer selbst war langjähriges Mitglied der NSDAP und ein Unterstützer Adolf Hitlers.

In jüngster Zeit sorgt die Marke mit Klagen gegen kleinere Unternehmen wegen Markenrechtsverletzungen für Aufsehen. Die walisische Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab rund 10.000 Pfund für Anwaltskosten und eine Umfirmierung aus, nachdem sie eine Abmahnung erhalten hatte. Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss geriet unter juristischen Druck, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

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Der Komiker Joe Lycett reagierte darauf, indem er seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern ließ. In seiner TV-Show Got Your Back plant er, ein neues Produkt unter diesem Namen auf den Markt zu bringen – und verschärft damit seinen Protest gegen die juristischen Methoden des Unternehmens. Hugo Boss setzt weiterhin konsequent seine Markenrechte durch, was vor allem Unternehmen und Organisationen mit begrenzten finanziellen Mitteln trifft. Die Geschichte des Konzerns und seine jüngsten juristischen Schritte haben eine öffentliche Debatte ausgelöst. Lycetts Namensänderung und die geplante Produktveröffentlichung werden die Diskussion voraussichtlich weiter anheizen.

Quelle