Innovationspolitik in Deutschland: Warum die Bundesregierung bei Forschung und Hightech scheitert
Sylvio ThiesInnovationspolitik in Deutschland: Warum die Bundesregierung bei Forschung und Hightech scheitert
Deutschlands Innovationspolitik steht wegen mangelnder Richtung und zögerlicher Fortschritte in der Kritik
Der Jahresbericht 2026 der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) offenbart gravierende Defizite in der Innovationsstrategie der Bundesregierung. Obwohl Bundeskanzler Friedrich Merz Innovation zur Chefsache erklärt hat, fehlen konkrete Maßnahmen – zentrale Ziele bleiben unerreicht.
Die EFI skizziert zwar einen klaren Fahrplan zur Verbesserung der deutschen Innovationspolitik, doch die Regierung setzt weder auf nationaler noch auf EU-Ebene eine einheitliche Gesamtstrategie um. Kompetenzstreitigkeiten und schwache Planung blockieren die Finanzierung der Hightech-Strategie, sodass dringende Projekte ohne Förderung bleiben.
Auch beim Ziel, 3,5 Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung zu investieren, hinkt Deutschland hinterher. Durch geplante Sparmaßnahmen im Haushalt 2027 könnte sich die Lücke weiter vergrößern. Mittelständische Unternehmen (KMU) kämpfen zudem mit übermäßiger Bürokratie und unzureichenden Kooperationsmöglichkeiten mit Hochschulen.
Die Tendenz der Bundesregierung, bei Themen wie Künstlicher Intelligenz Entscheidungen an die Länder zu delegieren, verzögert notwendige Reformen zusätzlich. Ohne eine abgestimmte nationale Strategie droht Deutschland im globalen Wettbewerb den Anschluss zu verlieren.
Die EFI-Ergebnisse unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf. Ohne eine kohärente Innovationspolitik wird Deutschland weder seine Forschungsziele erreichen noch die Wettbewerbsfähigkeit sichern können. Die Empfehlungen des Berichts harren der Umsetzung – doch die Zeit wird knapp.






