07 April 2026, 14:35

Junge Hallenser schaffen bewegende Gedenktafel für 155 NS-Opfer aus ihrer Stadt

Gedenktafel an einer Gebäudewand mit der Inschrift "Gedenktafel für die Opfer des Holocaust" in fetter Schrift, umgeben von einem dekorativen Rahmen.

Junge Hallenser schaffen bewegende Gedenktafel für 155 NS-Opfer aus ihrer Stadt

Eine Gruppe junger Menschen aus Halle hat eine Gedenktafel entworfen, um an 155 jüdische Opfer aus ihrer Stadt zu erinnern. Diese Männer, Frauen und Kinder waren während der Schoa in das Vernichtungslager Sobibor deportiert worden. Das Projekt verbindet Kunst, Geschichte und persönliche Reflexion im Rahmen der Initiative Tagebuch der Gefühle.

Die Tafel, geformt wie zwei sich haltende Hände, soll bald am ehemaligen Lagergelände in Polen installiert werden. Das Design entstand in Zusammenarbeit zwischen den jungen Aktivistinnen und Aktivisten und dem Comic-Künstler Nils Oskamp. Eine der Hände ist groß und symbolisiert Familien wie die Baers und die Sachs, die einander in verzweifelten Zeiten Halt gaben. Die kleinere Hand steht für Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer aus Halle – sie war erst 16 Monate alt, als sie ermordet wurde.

Ein Steinmetz aus Halle fertigt die Tafel nun an. Finanziert wird das Projekt durch Spenden und das Recycling von Schrottmetall – demselben Material, das die Gruppe zunächst für ihr erstes Denkmal verwendete. Zum Projekt gehört auch ein Tagebuch der Gefühle, in dem die Teilnehmenden ihre Gedanken festhalten, während sie sich mit dem Leben der Opfer beschäftigen.

Im Juni 2026 planen die jungen Menschen eine Reise nach Sobibor. Dort werden sie die fertige Gedenktafel einweihen und sich vor Ort mit der Geschichte des Lagers auseinandersetzen. Die Tafel wird als dauerhafte Erinnerung an die 155 deportierten Jüdinnen und Juden aus Halle stehen. Ihre Geschichten, die nun mit dem Tagebuch der Gefühle verknüpft sind, werden auch künftig prägen, wie jüngere Generationen sich mit der Vergangenheit beschäftigen. Der Besuch 2026 bildet den Abschluss einer jahrelangen Initiative, um der Opfer zu gedenken und sie zu ehren.

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