27 March 2026, 08:17

NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs – und löst Medien-Debatte aus

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht vor einem Gebäude mit Fenstern zu Reportern im Freien, umgeben von Menschen und Medienpersonal mit Mikrofonen und Ständern, eine Absperrleine ist sichtbar, der Himmel ist bewölkt.

NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs – und löst Medien-Debatte aus

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat die Zusammenarbeit mit der Moderatorin Julia Ruhs als alleinige Gastgeberin des Reportageformats "Klar" beendet. Die Entscheidung folgt auf Ruhs' öffentliche politische Positionierung und hat eine breite Debatte unter Medienvertretern ausgelöst. Mittlerweile haben sich Komiker und Kollegen aus dem Rundfunk zu Wort gemeldet – einige verteidigen den NDR, andere kritisieren den Schritt scharf.

Ruhs stieg vom Ehrenamtlichen beim Bayerischen Rundfunk (BR) zur Moderatorin auf – ein Karriereweg, den sie in nur drei Jahren zurücklegte. Sie bezeichnet sich selbst als konservativ-bürgerlich und kritisiert offen, was sie als "links-grüne Meinungsmacht" in den Medien bezeichnet. Noch vor ihrer Tätigkeit beim NDR trat sie bei einer CSU-Veranstaltung in Bad Tölz auf, wo sie ihr Buch "Links-grüne Meinungsmacht. Die Spaltung unseres Landes" vorstellte und traditionellen Medien vorwarf, in "ideologischen Blasen" zu agieren.

Die Trennung des NDR von Ruhs erfolgte, obwohl die Redaktion alle drei von ihr moderierten Folgen für den Sender abgesegnet hatte. Die Entscheidung sorgt für heftige Reaktionen. Oliver Welke, Moderator der ZDF-heute show, argumentierte, der NDR hätte Ruhs behalten sollen, und sagte: "Wir müssen alle mehr aushalten können." Ruhs selbst reagierte auf X und nannte die heute show"etwas gemein, aber sehr lustig".

Die Komikerin Idil Baydar, bekannt als Jilet Ayse beim ZDF, verteidigte hingegen die Entscheidung des NDR. Sie bezeichnete Ruhs' Auftreten als "Populismus und schlechten Journalismus". Trotz der Kontroverse bleibt Ruhs weiterhin Moderatorin von "Klar" beim BR. Der NDR hat bereits angekündigt, dass Tanit Koch die verbleibenden Folgen für den Sender übernehmen wird.

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Der Streit verdeutlicht die Spannungen zwischen politischer Positionierung und den Standards des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Während Ruhs beim BR weiter moderiert, setzt der NDR auf eine neue Gastgeberin. Die Debatte über Medienneutralität und redaktionelle Entscheidungen dürfte damit noch länger anhalten.

Quelle