Neue Gasbohrungen im Heidekreis: Warum Anwohner gegen Vermilion protestieren
Francesco HeinrichNeue Gasbohrungen im Heidekreis: Warum Anwohner gegen Vermilion protestieren
Vermilion Energy Deutschland treibt Gasförderung im Heidekreis voran – und entfacht neue Kontroversen über lokale Folgen
Der kanadische Energiekonzern Vermilion Energy Deutschland plant ab Anfang 2027 zwei neue Erkundungsbohrungen bei Kroge im Heidekreis, um das Erdgasvorkommen im Feld Wisselshorst zu erschließen. Die Ankündigung löst bei Anwohnern und lokalen Verantwortungsträgern Besorgnis aus – sowohl über das Vorgehen des Unternehmens als auch über mögliche Umweltrisiken.
Die Förderung von Erdgas prägt den Heidekreis seit über 50 Jahren, mit großen Standorten in Idsingen, Hamwiede, Söhlingen, Soltau und Walsrode. Das Feld Wisselshorst, nahe Kroge in der Gemeinde Walsrode, könnte Schätzungen zufolge bis zu 30 Milliarden Kubikmeter Gas enthalten. Vermilion plant für 2027 zwei Erkundungsbohrungen im sogenannten Teichfeld-Verfahren, doch die geologischen Gegebenheiten könnten weitere Bohrungen ermöglichen.
Die plötzliche Bekanntgabe des Vorhabens überraschte die lokalen Behörden. Statt im Vorfeld in einen Dialog zu treten, präsentierte Vermilion die Erweiterung als beschlossene Sache. Zwar ist das Vorgehen rechtlich einwandfrei, doch Kritiker werfen dem Unternehmen vor, durch mangelnde Transparenz den lokalen Widerstand weiter zu schüren.
Der Landkreis Heidekreis hat zwar keine rechtliche Handhabe, um das Projekt zu stoppen, will die Entwicklungen aber genau beobachten. Die zuständigen Fachbereiche für Wasserwirtschaft und Naturschutz werden im Rahmen der Genehmigungsverfahren auf Landesebene Bedenken einbringen. Bei einer jüngsten Kreistagssitzung wurden alle Tagesordnungspunkte einstimmig und ohne größere Diskussion beschlossen.
Die Pläne für Wisselshorst fallen in eine Region, in der die Erdgasförderung seit Langem umstritten ist. Umweltrisiken, Belastungen für die Bevölkerung und Klimaziele bleiben zentrale Streitpunkte. Ob Vermilion sein Vorhaben umsetzen kann, hängt nun von den behördlichen Genehmigungen und dem weiteren Austausch mit den Verantwortungsträgern ab.






