Neue Initiative kämpft für einfachere Stromteilung in Energiegemeinschaften
Francesco HeinrichNeue Initiative kämpft für einfachere Stromteilung in Energiegemeinschaften
Lokale Energiegemeinschaften: Neue Initiative will rechtliche Hürden für Stromteilung abbauen
In ganz Deutschland setzen immer mehr Gemeinden auf Energieteilung, um selbst erzeugten Strom effizienter zu nutzen. Das neue Projekt Forum EnShare zielt nun darauf ab, den rechtlichen Rahmen für solche Initiativen zu verbessern – und könnte so mehr Menschen in die Energiewende einbinden.
Seit 2020 haben rund 15 bis 20 lokale Energiegenossenschaften und Bürgerprojekte digitale Modelle zur Stromteilung erfolgreich umgesetzt. Beispiele gibt es in München, Köln und Freiburg, unterstützt durch Plattformen wie sonnensharing.de. Rechtliche Hindernisse – etwa Messvorschriften nach § 3 EnWG, Netzentgelte gemäß § 19 EnWG oder Genehmigungen für virtuelle Zähler nach dem EEG 2023 – bremsten die Entwicklung zunächst aus.
Das Projekt ESCdigital hat bereits in einer Pilotgemeinschaft gezeigt, dass Energieteilung technisch machbar ist. Digitale Werkzeuge erfassen den Verbrauch, übertragen Daten in Echtzeit und fördern einen flexiblen Energieeinsatz. Gleichzeitig schaffen die Systeme finanzielle Anreize, damit Teilnehmer ihren Stromverbrauch anpassen.
Forum EnShare bringt nun Forscher, Politiker und Energiegenossenschaften zusammen, um die verbleibenden Herausforderungen zu lösen. Unterstützt wird die Plattform vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und dem Bürgerenergie-Bündnis (BBEn). Ihr Ziel: die Vorschriften so zu vereinfachen, dass sich mehr Gemeinden an Energieteilungsmodellen beteiligen können.
Damit sich die Stromteilung flächendeckend durchsetzt, braucht es digitale Lösungen und klare rechtliche Regeln. Mit bereits rund 20 laufenden Projekten zeigt das Modell Potenzial für eine breitere Anwendung. Entscheidend für den Erfolg wird die weitere Zusammenarbeit zwischen lokalen Initiativen, Technologieanbietern und Regulierungsbehörden sein.






