Neuköllns SPD setzt auf umstrittene Nachfolgerin für Bezirksbürgermeister Hikel
Dora CichoriusNeuköllns SPD setzt auf umstrittene Nachfolgerin für Bezirksbürgermeister Hikel
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat bekannt gegeben, dass er nicht erneut für das Amt kandidieren wird. Als Grund nannte er mangelnde Rückendeckung in der eigenen Partei. Unterdessen hat die lokale SPD-Führung die Bildungsstadträtin des Bezirks, Janine Wolter, als seine Nachfolgerin nominiert.
Der Streit begann mit Instagram-Beiträgen, die Wolter im Herbst 2025 veröffentlicht oder geteilt hatte. Dabei handelte es sich um Inhalte eines politischen Influencers, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist. Die Posts bezogen sich auf die Abfangaktion der israelischen Marine gegen die „Global Sumud-Flottille“.
Die CDU-Fraktion Neukölln brachte die Angelegenheit ans Licht, indem sie eine offizielle Anfrage einreichte. Dies führte zu einer Überprüfung von Wolters Aktivitäten in den sozialen Medien. Daraufhin erteilte Hikel ihr einen offiziellen Verweis mit der Begründung, sie habe nicht die erforderliche Zurückhaltung und Neutralität bewiesen, die von einer Stadträtin erwartet werde. Wolter erklärte später, sie habe die Ansichten des Influencers nicht genau geprüft und werde dessen Inhalte künftig nicht mehr teilen.
Trotz der Kritik nominierte die Neuköllner SPD-Führung Wolter als Hikels Nachfolgerin. Ihre Kandidatur wurde später auf einem Parteitag bestätigt. Hikel hatte bereits im November seinen Rückzug angekündigt und damit den Weg für Wolters Bewerbung um die Leitung des Bezirksamts geebnet.
Wolter bleibt Kandidatin für das Amt der Bezirksbürgermeisterin. Zwar steht ihre Nutzung sozialer Medien in der Kritik, doch ihre Nominierung besteht weiterhin. Während die SPD hinter ihr steht, hat die CDU mit ihrer Anfrage Bedenken hinsichtlich ihres Online-Verhaltens geäußert.
