Pharma- und Biotechbranche warnt vor Standortrisiko für Deutschland
Fünf führende Verbände der Pharma- und Biotechnologiebranche haben Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu sofortigem Handeln aufgefordert. In einem gemeinsamen Schreiben warnten sie, dass Deutschlands Position als wettbewerbsfähiger Standort für die Branche in Gefahr sei. Gleichzeitig kritisierten die Verbände aktuelle politische Maßnahmen, die zu Instabilität im Sektor führten.
Die Organisationen betonten die Notwendigkeit einer starken, ressortübergreifenden Strategie, um die Rahmenbedingungen für die deutsche Pharmaindustrie zu verbessern. Die derzeitigen Regelungen – etwa strengere Preisvorgaben für patentgeschützte Medikamente und verschärfte mengenbasierte Preiskontrollen – würden ihrer Ansicht nach Innovationen behindern. Stattdessen forderten sie strukturelle Reformen, um die Zukunft des Standorts Deutschland in der Branche zu sichern.
In dem Schreiben äußerten die Verbände zudem Besorgnis über die Abhängigkeit Deutschlands von China bei der Versorgung mit essenziellen pharmazeutischen Wirkstoffen und Schlüsseltechnologien. Sie verwiesen darauf, dass die US-Handels- und Arzneimittelpreispolitik die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zusätzlich schwäche und den Zugang zu neuen Medikamenten erschwere. Als weitere Unsicherheitsfaktor nannten sie das kürzlich verabschiedete GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, das für Unternehmen Planungsunsicherheit schaffe.
Zwar räumten die Verbände ein, dass der jüngste Pharma-Dialog dazu beigetragen habe, etwas Vertrauen wiederherzustellen. Allerdings hätten ihre eigenen Reformvorschläge bisher keine Antwort erhalten. Sie drängten auf einen klaren Zeitplan für die von der Regierung geplante Pharma-Strategie, deren Fertigstellung für den Herbst 2026 erwartet wird. Konkrete Schritte wurden jedoch bisher nicht öffentlich dargestellt.
Die Forderungen der Branche sind deutlich – doch die Regierung hat noch keine nächsten Schritte konkretisiert. Die Pharma-Strategie befindet sich weiterhin in der Entwicklung, und kurzfristige Änderungen sind nicht in Sicht. Bis auf Weiteres bleibt die Branche sowohl mit innerdeutschen Herausforderungen als auch mit dem globalen Wettbewerb konfrontiert.






