Polizeieinsatz in Varel: Streit um ein Rehkitze eskaliert
Streit um ein Rehkitze in Varel führt zu Polizeieinsatz
Ein Streit um ein Rehkitze hat am Montagabend in Varel zu einem Polizeieinsatz geführt. Der Vorfall begann, als ein 24-jähriger Mann aus Bockhorn das Tier im Wald aufnahm, es später jedoch an ein örtliches Ehepaar weitergab. Nun prüfen die Behörden, ob dabei gegen Artenschutzbestimmungen verstoßen wurde.
Der Mann hatte das Kitze zunächst in einem Waldstück entdeckt und mit nach Hause genommen. Anschließend übergab er es an ein in der Nähe wohnendes Paar. Als der ursprüngliche Finder das Tier zurückforderte, verweigerten die neuen Besitzer die Herausgabe – es kam zum Streit, der schließlich die Polizei auf den Plan rief.
Um die Angelegenheit zu klären, arbeiteten die Beamten mit dem örtlichen Jagdpächter zusammen. Das Kitze wurde schließlich in eine Wildtierauffangstation gebracht, wo es bis zu seiner Auswilderung professionell versorgt wird. Parallel dazu ermitteln die Behörden wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Jagdrecht.
Die Polizei wies die Bevölkerung darauf hin, dass junge Wildtiere nicht einfach mitgenommen werden dürfen – es sei denn, sie sind offensichtlich verletzt oder in Not. In solchen Fällen sollten Spaziergänger die Polizei oder den zuständigen Jagdverband kontaktieren. In Deutschland haben sich die Hilfsmaßnahmen für Wildtiere in den letzten Jahren ausgeweitet: Allein für 2026 sind 2,1 Millionen Euro für Wärmebilddrohnen vorgesehen, die Rehkitze während der Mahd schützen sollen. Niedersachsen verfügt mittlerweile über 16 ehrenamtlich betriebene Pflege-Stationen, die von Jägern, Landwirten und Tierschutzgruppen unterstützt werden.
Das Kitze befindet sich nun in einer Auffangstation unter fachkundiger Betreuung. Die Ermittlungen, ob bei der Handlung gegen Gesetze verstoßen wurde, laufen noch. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, bei Begegnungen mit Wildtieren die geltenden Richtlinien zu beachten, um ähnliche Vorfälle zu vermeiden.






